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Forschungsprogramm: Autonome Roboter als Einsatzhelfer in Gefahrenlagen

Das Forschungsministerium fördert Drohnen und Roboter, die zum Beispiel bei starker Hitze, radioaktiver Strahlung oder in unwegsamem Gelände retten sollen.

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Im Projekt LARUS wird ein unbemanntes Flugsystem erforscht, das ohne Steuerung durch einen Piloten die Suche und Rettung von Menschen in Seenot unterstützen kann.

(Bild: DGzRS / Michael Rauhe, Bild UAV: Hanseatic Aviation Solutions GmbH, Fotocollage: TU Dortmund)

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Autonome Roboter und Drohnen sollen künftig zunehmend Rettungseinsätze übernehmen, die für Menschen zu gefährlich sind. Das Bundesforschungsministerium hat dazu angekündigt, im Programm "Forschung für die zivile Sicherheit" zwei nationale Kompetenzzentren und weitere Projekte zu fördern. Damit sollen intelligente Robotersysteme vorangetrieben werden, die unter Wasser, in der Luft, bei starker Hitze, radioaktiver Strahlung oder in anderen "menschenfeindlichen Umgebungen" agieren können.

"Beim Rückbau kerntechnischer Anlagen oder bei der Sanierung von giftmüllbelasteten Deponien können Menschen trotz guter Schutzausrüstungen erheblichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt sein", erläutert das Forschungsministerium. Automatisierte und fahrerlose Bagger könnten verseuchtes Material entfernen und an geeigneter Stelle entsorgen.

In einem geplanten "Deutschen Rettungsrobotik-Zentrum" (A-DRZ) sollen Hilfsroboter für die Feuerwehr entwickelt und hiesiges Know-how rund um unbemannte Rettungssysteme gebündelt werden. Künftig könnten dann zum Beispiel mobile Löschroboter bei einem Brand in einer Chemiefabrik mit giftiger Rauchentwicklung leichter bis zu dem Herd der Flammen vordringen.

Erforscht werden soll auch, wie unbemannte Fluggeräte je nach Anwendungsfall mit Kameras und Sensoren sowie Kommunikations- und Übertragungstechnik ausgestattet werden könnten. In der Seenotrettung könnten etwa Flügel-Drohnen bei der Suche nach im Wasser schwimmenden oder treibenden Menschen verwendet werden. Diese seien auch bei starken Winden und hohem Wellengang einsetzbar und fähig, große Bereiche selbstständig abzusuchen und Hilfsbedürftige zu orten.

Bereits entwickelt haben Wissenschaftler einen Unterwasserroboter, der über lange Zeiträume hinweg Hafenanlagen überwachen kann. Die mit Sensoren zur Detektion von Schweröl und Chemikalien ausgerüsteten U-Boote agieren im Schwarm und können in Hafenbecken oder in Flüssen erkennen, ob und in welchem Ausmaß trinkwassergefährdende Schadstoffe illegal in Gewässer eingeleitet wurden oder ob Brückenfundamente durch Fluten beschädigt oder unterspült worden sind. Für das nächste Hochwasser versprechen die Forscher ebenfalls Erleichterungen. Dank eines der geförderten Projekte sollen bald autonome Maschinen Textilschläuche mit Sand befüllen und die Säcke an gewünschten Orten wie einem Deich ablegen. (anw)