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Foxconn gesteht Beschäftigung Minderjähriger

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Auftragsfertiger Foxconn hat eingestanden, in seinem Werk im chinesischen Yantai Minderjährige beschäftigt zu haben. Gegenüber Bloomberg erklärte der Konzern, bei einer internen Untersuchung auf Praktikanten zwischen 14 und 16 Jahren gestoßen zu sein, die für drei Wochen im Werk beschäftigt waren. Das chinesische Arbeitsrecht sieht allerdings für Beschäftigte ein Mindestalter von 16 vor.

Laut Bloomberg bekräftigte das Unternehmen, dass die dafür verantwortlichen Foxconn-Mitarbeiter zur Rechenschaft gezogen und umgehend gekündigt würden. Das Unternehmen würde die Verantwortung für den Verstoß gegen chinesisches Arbeitsrechts übernehmen, bei den betroffenen Schülern habe sich das Unternehmen bereits entschuldigt.

Damit bestätigt das Unternehmen zum Teil, was die Organisation China Labor Watch bereits am Montag berichtete: Eine kleine Zahl von Schülern sei als Praktikanten beschäftigt worden und werde nun zurück zu den jeweiligen Schulen gebracht. Die jungen Leute seien von direkt ihren Schulen zu Foxconn geschickt worden, wobei das Unternehmen versäumt habe, deren Personalien zu prüfen. Primär liege die Verantwortung aber bei den entsprechenden Schulen, wie China Labor Association monierte. Dabei forderte die Organisation die Regierung zugleich zum Handeln auf. Manche Schulen der Region sollen ein 45-tägiges Praktikum bei Foxconn zur Pflicht für ihre Schüler gemacht haben, wie Zdnet unter Berufung auf chinesische Medien berichtet. Gegenstand von Spekulationen ist dabei, wieweit das Unternehmen lokale Behörden beeinflusst haben könnte, den Schulen entsprechende Anweisungen zu geben.

Insgesamt kommt der taiwanische Auftragsfertiger mit seinen Arbeitsbedingungen nicht aus den Schlagzeilen: Zuletzt soll es Streiks in den Werken gegeben haben, in denen das iPhone 5 gefertigt wird, wobei Foxconn das sogleich dementierte. Davor wurde über Massenschlägereien berichtet, deren Auslöser unklar blieb. Auch wenn Prüfer der Fair Labor Association Verbesserungen attestierten – Aktivisten und Arbeiterrechtler kritisieren nach wie vor die Zustände in den Werken. Allerdings ist die Beschäftigung Minderjähriger wohl nicht nur bei Foxconn ein Problem: Im August hatte China Labor Watch auch bereits Samsung wegen mutmaßlicher Kinderarbeit aufs Korn genommen. (axk)

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