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Foxconn in den roten Zahlen

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Der taiwanische Handy-Auftragsfertiger Foxconn International Holdings hat im vergangenen Jahr 6,63 Milliarden US-Dollar (4,71 Milliarden Euro) umgesetzt und damit 588 Millionen weniger als im Jahr 2009. Während das Unternehmen vor einem Jahr noch einen Nettogewinn von 39 Millionen US-Dollar verbuchen konnte, schreibt es nun laut Mitteilung 220 Millionen US-Dollar in roten Zahlen.

Trotz verstärkter Bestrebungen, den Kundenstamm zu diversifizieren, sei 2010 ein "extrem schwieriges Jahr" gewesen, das mit einem nicht zufrieden stellenden Ergebnis abgeschlossen wurde, heißt es in der Mitteilung. Auf dem Handymarkt habe es durch den Eintritt neuer Teilnehmer grundlegende Änderungen gegeben, neue Software und neue Geschäftsmodelle. Die zunehmende Marktdynamik sei eine große Herausforderung.

Das taiwanische Unternehmen, Ableger des gleichnamigen Konzerns, spricht damit laut Wall Street Journal darauf an, dass die Nachfrage nach auch in der Herstellung anspruchsvollen mobilen Geräten wie Apples iPhone auf Kosten weniger aufwendiger Produkte von Nokia oder Motorola zugenommen habe. Die Profitabilität könne in diesem Jahr weiter leiden, da das Unternehmen nur langsam seine Produktionsstätten in chinesische Regionen mit niedrigerem Lohnniveau verlagere; außerdem werde damit gerechnet, dass der finnische Handyhersteller seine Aufträge kürzt. Foxconn bestreitet laut dem Bericht etwa die Hälfte seines Umsatzes mit der Herstellung von Nokia-Geräten. Weitere Kunden sind unter anderem Hewlett-Packard, Sony und Nintendo.

Zum Jahresende 2010 hatte Foxconn rund 127.000 Mitarbeiter gegenüber 119.000 im Jahr zuvor. Die Personalaufwendungen stiegen voriges Jahr von 485 Millionen auf 565 Millionen US-Dollar. Nach einer Serie von Selbsttötungen hatte Foxconn 2010 die Löhne erhöht. Für das laufende Geschäftsjahr gibt Foxconn keine konkrete Umsatz- und Ergebnis-Prognose aus. (anw)