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France Telecom baut Hochgeschwindigkeits-Datennetz

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Der Telekomkonzern France Telecom will ein neues Hochgeschwindigkeits-Datennetz bauen. In den kommenden beiden Jahren sollen rund 270 Millionen Euro in die Glasfaser-Infrastruktur fließen, teilte das Unternehmen mit. Das neue Netz soll Anschlüsse bei den Endkunden mit Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde ermöglichen und damit deutlich breitbandigere Anschlüsse ermöglichen als das VDSL-Netz der Deutschen Telekom.

In der ersten Ausbauphase sollen im März kommenden Jahres die Hauptstadt Paris und einige umliegende Regionen mit dem Netzwerk abgedeckt werden. Bis zur Jahresmitte wird dann ein Dutzend Städte – darunter Lille, Lyon und Marseille – versorgt. Bis Ende 2008 soll ein Million Haushalte Zugang zu dem Hochgeschwindigkeits-Netz haben. Die Kundenbasis soll dann bei 150.000 bis 200.000 liegen. Im Jahr 2012 werde die Nutzerbasis bei über einer Million liegen.

Mit dem Bau der neuen Infrastruktur legt France Telecom die Grundlage für neue Bündelangebote aus Internet, Telefon und Medieninhalten. Vor allem für die Übertragung von TV-Programmen über das Internet sind leistungsfähige Netze erforderlich. Von dem Einstieg in das neue Geschäftsfeld versprechen sich die Telekomfirmen neue Erlösquellen, mit denen die Rückgänge im traditionellen Festnetzgeschäft ausgeglichen werden sollen.

France Telecom bekräftigte zugleich die Sparpläne; beim geplanten Abbau von 22.000 Stellen, der Großteil davon in Frankreich, in den Jahren 2006 bis 2008 komme man voran. Zum Jahreswechsel seien 9400 Arbeitsplätze bereits weggefallen. In den kommenden beiden Jahren würden jeweils rund 6000 Stellen gestrichen. Weil gleichzeitig neue Arbeitsplätze entstehen, verringert sich die Konzernbelegschaft in dem Dreijahreszeitraum netto um 17.000 Mitarbeiter. Von den 199.000 Mitarbeitern sind rund 120.000 in Frankreich beschäftigt, darunter 80.000 mit Beamtenstatus.

2005 hatte France Telecom bei 49 Milliarden Euro Umsatz den Überschuss mit 5,7 Milliarden Euro fast verdoppelt. Im ersten Halbjahr 2006 fielen bei 25,9 Milliarden Euro Umsatz 2,8 Milliarden Euro Gewinn an. Trotz der Entwicklung hat die Aktie im guten Börsenjahr 2006 ihren Wert lediglich bei gut 21 Euro gehalten, weil der Konzern Kunden verliert und das traditionelle Festnetzgeschäft von Internet- und Handyangeboten ausgehöhlt wird. (dpa) / (jk)