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France Telecom bleibt unter Staatskontrolle

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Die französische Regierung will ihren Anteil an der staatlichen France Telecom derzeit nicht unter 50 Prozent senken. Bis zu den Wahlen im kommenden Jahr werde eine Verringerung unter 50 Prozent nicht erwogen, sagte am Donnerstag in Paris ein Sprecher des Wirtschafts- und Finanzministeriums. Die France Telecom- Mobilfunktochter Orange, die in Deutschland an MobilCom beteiligt ist, plant nach eigenen Angaben derzeit kein Engagement beim Mobilfunkbetreiber E-Plus. Es liefen aber weiter Gespräche über einen Ausbau der Zusammenarbeit zwischen MobilCom und E-Plus, sagte Orange-Chef Jean-Francois Pontal heute in Paris.

Die MobilCom AG (Büdelsdorf) spreche im Zusammenhang mit dem Aufbau des UMTS-Netzes mit vielen Betreibern. "E-Plus wird aber bevorzugt", sagte Pontal. MobilCom hatte Ende April bereits einen Vertrag mit E-Plus geschlossen, wonach künftige UMTS-Kunden von MobilCom das herkömmliche Mobilfunknetz von E-Plus nutzen dürfen. MobilCom will ab Mitte 2002 sein UMTS-Netz in Betrieb nehmen. E-Plus will ebenfalls 2002 ein eigenes UMTS-Netz einsatzbereit haben. Orange ist mit 28,5 Prozent an MobilCom beteiligt und hat eine von 2003 bis 2006 laufende Option, um die Mehrheit an der Gesellschaft zu erwerben.

Nach der Übernahme von Orange für knapp 46 Milliarden Euro (90 Milliarden Mark) von Vodafone kündigte France Telecom-Chef Michel Bon heute in Paris eine weltweite Expansion der Mobilfunk-Tochter an. Derzeit habe Orange 33 Millionen Kunden in 20 Ländern. Bis zum Jahr 2005 wolle der Mobilfunkbetreiber in 50 Ländern präsent sein. Pontal zufolge startet Orange die Expansion zunächst in Frankreich und dann in den Niederlanden. Weltweit wolle France Telecom seine Mobilfunk-Aktivitäten umbenennen und künftig unter dem Namen Orange betreiben.

Der Börsengang von Orange Mitte Februar in Paris war für France Telecom enttäuschend verlaufen. Der Orange-Kurs lag heute zwischenzeitlich bei 9,84 Euro, damit nur knapp über dem Ausgabepreis von 9,5 Euro vor drei Monaten. Zu Spekulationen über eine weitere Teilprivatisierung von France Telecom hatte die französische Tageszeitung Liberation berichtet, die Regierung könnte nach den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 2002 das Telekom-Unternehmen privatisieren und ihren Anteil von gegenwärtig etwa 54 Prozent des Kapitals auf unter 51 Prozent senken. Die Entwicklung sei nicht aufzuhalten, hatte die Zeitung einen Regierungsmitarbeiter zitiert. dpa / (em)