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Frankfurter Universitätsklinikum führt elektronische Krankenakte ein

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Die erste elektronische Krankenakte der Bundesrepublik hat die Universitätsfrauenklinik in Frankfurt am Main am Donnerstag für Brustkrebserkrankungen vorgestellt. Der Direktor der Universitätsfrauenklinik, Professor Manfred Kaufmann, wies darauf hin, dass "eine Voraussetzung für die optimale Behandlung der Patientinnen ist, dass der behandelnden Arzt alle Daten über den Verlauf der Erkrankung und alle therapeutischen Maßnahmen schnell und umfassend zur Verfügung stehen." Ein vergleichbares Vorhaben gibt es als Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen.

Mit dem neuen internetgestützten System werde die bisher bei der Kommunikation zwischen Kliniken und niedergelassenen Ärzten bestehende Lücke geschlossen, da die niedergelassenen Ärzte über das Internet jederzeit Zugang zu den Krankendaten ihrer Patientinnen hätten, meinte Kaufmann. Zudem würden mit dem neuen System Kosten eingespart, da Mehrfachuntersuchungen unnötig würden. Zunächst werden die elf Kliniken des Brustkrebszentrums FrankfurtRheinMain sowie 440 Frauenärzte mit 740 Patientinnen Zugang erhalten.

Dietmar Pfähler, Geschäftsführer des Softwareherstellers InterComponentWare AG aus Walldorf, unterstrich, dass die Datensicherheit bei diesem System eine besonders herausragende Rolle gespielt habe. Alle Daten würden in einem Datencenter verschlüsselt gespeichert und jeder Hausarzt habe nur auf die Daten seiner Patientinnen Zugriff, die zuvor als Arztdaten festgelegt worden seien. Alle Daten würden ausschließlich in einem Containersystem in der Datenbank abgelegt, damit selbst bei einer Cyberattacke die Patientendaten nicht sichtbar gemacht werden könnten. (Hermann Wygoda) / (jk)