Frankreich: Open Source für die öffentliche Verwaltung

In einem Schreiben hat der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault die Behörden auf allen Ebenen aufgefordert, wo immer möglich Open-Source-Software zu verwenden.

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In einem Schreiben hat der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault die Behörden auf allen Ebenen aufgefordert, wo immer möglich Open-Source-Software zu verwenden. Bei der Anschaffung und Entwicklung neuer Programme oder Programmversionen sollten freie Alternativen systematisch mit einbezogen werden, berichtet Joinup, die Open-Source-Site der Europäischen Kommission.

Ayrault empfiehlt in seinem Schreiben, dass die Verwaltungen Open-Source-Know-how aufbauen und Ressourcen zusammenlegen sollen, mit Communities zusammenarbeiten und selbst entwickelten Programmcode zu Projekten beitragen sollen. Behörden müssten sicherstellen, dass sie ihre IT-Kosten langfristig kontrollieren können. Der Staat sei in der Pflicht, falls nötig für Wettbewerb zu sorgen, etwa durch die Arbeit an LibreOffice und PostgreSQL.

Open Source ist in der französischen Verwaltung bereits weit verbreitet: Rund 15 Prozent des IT-Budgets wird für Dienstleistungen zu freier Software ausgegeben, mit steigender Tendenz. Eine derart klare Aussage zu freie Software habe es jedoch bislang nicht gegeben, erklärte Patrice Bertrand, Präsident des Conseil National du Logiciel Libre (CNLL), ein Verband französischer Open-Source-Unternehmen.

Mit dem Trend zu freier Software steht Frankreich nicht allein: Erst im Sommer hatte Italien ein Gesetz erlassen, das Behörden zu Open Source verpflichtet. Auch in Spanien und in Island gibt es Open-Source-Inititaiven in der öffentlichen Verwaltung. (odi)