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Frankreich bestellt nach Abhör-Vorwürfen US-Botschafterin ein

Nach der Enthüllung, dass auch französische Staatspräsidenten jahrelang vom US-Geheimdienst NSA ausspioniert wurden, reagiert Frankreich empört. Als Reaktion wurde nun unter anderem die US-Botschafterin einbestellt.

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François Hollande (rechts) mit US-Präsident Obama (Mitte)

(Bild: White House)

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Frankreichs Außenminister Laurent Fabius hat die US-Botschafterin in Paris einbestellt, weil die USA französische Präsidenten ausspioniert haben sollen. Regierungssprecher Stéphane Le Foll sagte am Mittwoch in Paris, die Botschafterin Jane Hartley werde um 18.00 Uhr im Außenministerium erwartet. Zudem werde der französische Geheimdienst-Koordinator in die USA reisen.

Zuvor hatte der französische Verteidigungsrat erklärt, das Land werde keine Machenschaften dulden, die seine Sicherheit infrage stellten. Nach Informationen der Enthüllungsplattform Wikileaks hat der US-Geheimdienst NSA die letzten drei französischen Präsidenten abgehört. Frankreich verurteilte die Spähaktionen als "inakzeptabel". Le Foll kündigte zudem an, dass sich Premierminister Manuel Valls am Nachmittag in der Fragestunde der Nationalversammlung zu dem Thema äußern werde.

Dass der Botschafter eines verbündeten Staates zum Rapport bestellt wird, gilt als ungewöhnlich. Auch Deutschland hatte im Oktober 2013 zu diesem Mittel gegriffen und in der Affäre um das Ausspähen des Handys der Bundeskanzlerin Angela Merkel den US-Botschafter einbestellt. Anderthalb Jahre später scheint die Affäre aber beendet. Jüngst hatte Generalbundesanwalt Range seine Ermittlungen in der Angelegenheit eingestellt, weil es keine ausreichenden Beweise für die US-Spionage gebe. (mho)