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Frankreich wirft Russland Cyberattacken vor

Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault beschuldigt Moskau, sich mit Hackerangriffen in den aktuellen französischen Wahlkampf einzumischen.

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(Bild: dpa, Lucas Dolega)

Am 23. April wird der Staatspräsident der Französischen Republik gewählt. Einer der Kandidaten ist der ehemalige Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, der als pro-europäisch eingeordnet wird. Ein Sprecher Macrons hat Moskau beschuldigt, hinter einer Welle von Hackerangriffe auf dessen Wahlkampf-Website und seine E-Mail-Server zu stecken.

Außenminister Jean-Marc Ayrault bestätigte dies nun in einem Interview mit Le Journal du Dimanche. Er wirft Russland vor, sich für Europa-feindliche Kandidaten wie Marine Le Pen und Francois Fillon auszusprechen, während Macron zum Ziel von Cyberattacken werde. Diese Einmischung in das demokratischen Leben Frankreichs sei inakzeptabel. Konkrete Beweise dafür, dass Russland für die Angriffe verantwortlich war, nannte Ayrault nicht.

Das Außenministerium der USA beschuldigt ebenfalls Russland, durch Hackerangriffe Einfluss auf die US-Wahl genommen zu haben, um Donald Trump zum Wahlsieg zu verhelfen. Auch wenn die US-Behörden dafür keine Beweise vorgelegt haben, beruft sich Aryault darauf. Er hat dem französischen Parlament mitgeteilt, nach allem, was in den USA passiert sei, müsse die Regierung sicherstellen, dass die Integrität des demokratischen Prozesses gewahrt bleibe. In der kommenden Woche sollen sich Sicherheitsexperten treffen, um über bessere Maßnahmen gegen die Bedrohung durch Hackerangriffe zu beraten. (ad)