Frau steuert Roboterarm mit ihren Gedanken

Eine gelähmte Frau konnte mit Hilfe eines gedankengesteuerten Roboterarms nach 15 Jahren erstmals wieder selbstständig trinken.

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Von
  • Ralph Hülsenbusch

Seit fast 15 Jahren ist die 58-Jährige US-Amerikanerin Cathy gelähmt. Mithilfe eines Roboterarms, den sie über ein Implantat in ihrem Hirn steuerte, konnte sie zum ersten Mal wieder alleine aus einer Flasche trinken (Video dazu). Dabei entschlüsselte ein Softwareprogramm ihre neuronalen Signale und wandelte diese in Kommandos für Roboterarm und -hand um.

Gedankenübertragung: Über ein Implantat im Gehirn kann die Frau den Roboterarm steuern.

(Bild: DLR)

Während sie sich vorstellt, wie sie die Bewegungen selbst ausführt, sendet ihr Hirn über ein vier mal vier Millimeter großes Implantat die dazugehörigen Signale an einen Computer. Der Roboterarm und die Fünf-Finger-Hand führen die Anweisungen aus, ersetzen so die gelähmten Hände der Probandin und ermöglichen es ihr, aus "eigener Kraft" zu trinken. Nach einem Hirnschlag vor fast 15 Jahren hatte die 58-Jährige nicht nur die Sprache verloren, sondern auch die Fähigkeit, ihren Körper zu bewegen. Lediglich die Bewegungen des Kopfes und der Augen kann Cathy noch bewusst steuern.

Entwickelt haben das System Wissenschaftler am Institut für Robotik und Mechatronik des deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der US-amerikanischen Brown-University. Gemeinsam mit dem US-Ministerium für Veteranen-Angelegenheiten und dem Massachusetts General Hospital in Boston stellen sie im Wissenschaftsmagazin Nature vom Mai 2012 ihr erfolgreiches Projekt vor.

Siehe dazu auch den ausführlichen Artikel bei Technology Review online:

(rh)