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Free Software Foundation kämpft gegen HTML5-DRM

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"Wir wollen kein Hollyweb": Die Kampagne sieht die Filmindustrie hinter den DRM-Ansätzen in HTML5

(Bild: defecitve by design )

Mit einem offenen Brief an den HTML-Erfinder Tim Berners-Lee wenden sich mehrere Organisationen gegen die Pläne des W3C, ein Rechtemanagement für digitale Inhalte (DRM) in HTML5 zu ermöglichen. Darin bezeichnen die Autoren das Konzept der "Encrypted Media Extensions" (EME) als "katastrophal" und als Verstoß gegen die Grundrichtlinien des Standardisierungsgremiums.

Der Protest formiert sich in der Kampagne "Defective by Design", die seit 2006 gegen DRM kämpft. Dahinter steckt die Free Software Foundation (FSF), die vor bald 30 Jahren im Umfeld des GNU-Projekts entstand und für quelloffene und patentfreie Software eintritt. Eine Petition gegen "Hollyweb" hat bisher 19.000 Unterschriften gesammelt; Ziel sind 50.000 Unterzeichner bis zum 3. Mai. Zu den Unterzeichnern des offenen Briefes gehören die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF), Creative Commons, die Open Knowledge Foundation und diverse Organisationen der Piratenpartei.

Streitpunkt ist das W3C-Konzept das Mitarbeiter von Google, Microsoft und Netflix vor zwei Monaten eingereicht haben; interne Entwürfe reichen bis Juni 2012 zurück. EME soll das in HTML5 eingeführte Media-Element, mit dessen Hilfe der Browser Audio- und Videodateien abspielen kann, um "MediaKeys" erweitern, die verschlüsselte Inhalte entschlüsseln. Über die Beschaffenheit dieser "Content Decryption Modules" (CDM) lässt sich die Spezifikation nicht aus. Dabei muss es noch nicht einmal immer um DRM gehen, doch ist dies der naheliegende Zweck von EME. (heb)