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Free-to-Play: Videospiele-Branche will sich Regeln für faire Online-Spiele auferlegen

Spiele, die anfangs nichts kosten, aber für Funktionen, Eigenschaften oder Zusatzinhalte Kosten mit sich bringen, sind in die Kritik geraten. Nun hat der Videospiele-Verband GAME reagiert.

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Kostenfallen in Browsergames, in Spielen sozialer Netzwerke und in Apps sind so manchem ein Dorn in Auge, zum Beispiel der EU-Kommission. Jüngst hatte Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) eine bundesgesetzliche Verpflichtung gefordert, wenn die Hersteller nicht freiwillig für völlige Kostentransparenz bei "Free-to-Play"-Spielen sorgen. Die haben nun in Gestalt des Bundesverbands der Games-Branche (GAME) reagiert und eine "Initiative faires Onlinespiel" in die Welt gesetzt.

Unter iOS beispielsweise lassen sich In-App-Käufe unterbinden

Der Verband, dem gut 60 Unternehmen angehören, will an dem Geschäftsmodell "Free-to-Play" – oder auch "Freemium" – festhalten, da es ortsungebunden sei und im Vergleich zu herkömmlichen und etablierten Spielmodellen über flexiblere und auf die individuellen Bedürfnisse des Spielers angepasste Preismodelle verfüge. Es gebe aber auch schwarze Schafe in der Branche. "Die zum Teil berechtigte Kritik trifft aber nur eine Minderheit der Anbieter", beteuern die Spielehersteller.

Zusammen mit der Politik und der Gesellschaft will die Spielebranche Leitlinien erarbeiten, "die eine konsumentenorientierte Betrachtung der Angebote mit den wirtschaftlich angemessenen Interessen der Anbieter und Hersteller dieser Spiele in Einklang bringen", wie GAME mitteilt. Die Initiative sei das Ergebnis von diversen Vorgesprächen auf nationaler wie internationaler Ebene und sei eng mit dem europäischen Entwicklerverband EGDF abgestimmt. Weitere Hersteller können sich an der Initiative beteiligen.

Während bei klassischen digitalen Spielen ein einmaliger Kaufpreis fällig wird, kosten "Free-to-Play"-Spiele zunächst nichts. Wenn der Spieler aber besondere Funktionen, Eigenschaften oder Zusatzinhalte nutzen will, wird einmalig oder auf monatlicher Basis ein zumeist geringer Betrag fällig, erläutert GAME. Wenn aber mehrere Spieleigenschaften oder umfangreiche Zusatzfunktionen genutzt werden, könnten diese Kosten mitunter auch deutlich höher ausfallen.

Der für Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissar Neven Mimica hatte im April gesagt, "wir stellen immer häufiger fest, dass App-Anbieter Verbraucher durch das sogenannte Freemium-Modell zu ködern versuchen". Kunden würden zunächst mit Gratis-Anwendungen "angefüttert". Diese seien aber nach kurzer Zeit oft nur noch voll nutzbar, wenn zusätzliche In-Apps gekauft würden. Häufig geschehe die in kleinen Programmen wie Spielen, die bevorzugt von Kindern genutzt werden. Mimica will daher erreichen, dass Anbieter von Kinder-Apps Eltern und Nachwuchsspieler in verständlicher Sprache über die Inhalte, mögliche Kosten, Zahlungsmethoden oder die Vertragsdauer aufklären müssen. (anw)

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