FreeNAS 11.3 mit mehr Assistenten und Community-Plugins

Neue Assistenztools und von Anwendern erstellte Plugins sollen beim aktuellen FreeNAS-Release die Verwaltung der eigenen Netzwerkspeicher erleichtern.

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Über 500 Verbesserungen vermelden die Entwickler von FreeNAS 11.3, einer auf FreeBSD basierenden Storage-Lösung. Mehr Assistenten und von Anwendern erstellte Plugins sollen die Verwaltung der freien NAS-Appliance vereinfachen.

FreeNAS basiert auf NanoBSD, einem minimalisierten FreeBSD, und ist eine auf "Network Attached Storage" (NAS) spezialisierte 64-Bit-Appliance für die x86-Plattform. FreeNAS orientiert sich an den Versionsnummern von FreeBSD (aktuell 12.1), womit die veröffentlichte Version 11.3 auf dem immer noch unterstützten releng/11.3 (quasi "Old-Stable") aufbaut, dass das FreeBSD-Team bis maximal Ende September 2021 bedient.

Das Basissystem selbst läuft üblicherweise auf einem einfachen Wechselmedium (CF-Karte, USB-Stick, DOM), so dass alle übrigen Datenträger des Systems als Speicherplatz für Daten zur Verfügung stehen. FreeNAS kann Datenträger mit UFS, ext2/ext3 oder NTFS lesen, üblich ist es jedoch, den Storage-Pool komplett mit dem in FreeBSD verfügbaren ZFS zu betreiben. Damit stehen automatisch Funktionen wie unterschiedliche RAID(Z)-Stufen, Defragmentierung, Selbstheilung, Replikation auf Dateisystemebene und eine optionale Deduplizierung zur Verfügung.

Windows-, Mac OS X-, Unix-/BSD- und Linux-Clients erhalten über diverse Protokolle Zugriff auf das NAS: CIFS (Samba), FTP/TFTP, NFS, iSCSI, SSH, rsync, AFP/Avahi (zeroconf), SNMP und BitTorrent. Eine Verschlüsselung der Daten erfolgt per 3DES (168 Bit), AES (256 Bit), Blowfish (448 Bit) oder Camellia (256 Bit) oder zusätzliche Plugins. Reicht das lokale Datenlager nicht aus, kann FreeNAS sich mit externen Storageprovidern aus der Cloud verbinden: Amazon S3, Google Cloud, Microsoft Azure, Backblaze B2 oder Dienste wie Dropbox, Mega oder Yandex stehen zur Auswahl. Den gesamten Datenstrom verschlüsselt FreeNAS 11.3 vor dem Transfer und legt ihn auch so in der Cloud ab.

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FreeNAS 11.3 wird im Textmodus installiert, sämtliche spätere administrative Aufgaben erfolgen über ein grafisches Web-Interface über das Netzwerk. Leider hat iXsystems das "legacy web interface" früherer FreeNAS-Versionen nun endgültig entfernt. Das funktionale und informative alte WebGUI wurde im letzten Release durch ein buntes und für Mobiltelefone optimiertes, wenig praxistaugliches und umständliches Frontend ersetzt, das mit Google Angular entwickelt wurde und auf TypeScript aufsetzt.

Das WebGUI verändert während der Eingabe von Daten seine Struktur, wichtige Informationen sind auf dem Bildschirm weit verteilt. Arbeitsabläufe (Option aktivieren, Daten eingeben, Vorgang bestätigen) erfordern ein lästiges Hin- und Her im WebGUI. Vielleicht gibt es in Zukunft ein alternatives (oder das vorherige) WebGUI als Community-Plugin.

Mit Plugins lässt sich FreeNAS um verschiedene Funktionen erweitern. Neben den von iXsystems offiziell gepflegten Plugins dürfen nun auch Anwender eigene Plugins erschaffen. Für Plugins, die in vom Basissystem sicher getrennten Jails laufen (vergleichbar mit, aber ältere Technik als Linux-Container), wurde dazu ein Repository auf Github angelegt. Die Plugins lassen sich via "iocage" auch auf einer normalen FreeBSD-Installation nutzen. Plugins gibt es beispielsweise für OpenVPN, Node-Red, Mosquitto, Drupal8, IRSSI oder Privatebin. Neu in FreeNAS 11.3 ist, dass die Jails der Plugins nun nicht mehr zwingend eine eigene IP-Adresse benötigen, sondern sich zusammengefasst in einem IP-Pool über NAT anbinden lassen.

Eine der Stärken von FreeBSD und vor allem von ZFS sind gigantische Storage-Pools im mehrstelligen PByte-Bereich. Das WebGUI unterstützt den Administrator nun mit einer Automatik für die Konfiguration einer großen Anzahl von VDEVs (die einzelnen Bausteine eines Pools). Wurden beispielsweise zwei oder mehr Datenträger gespiegelt in einem VDEV zusammengefasst, kann dieser Vorgang automatisch in einem Rutsch auf alle noch leeren Datenträger angewendet werden. Die Replication-Engine wurde komplett neu geschrieben und erlaubt nun schnelle ZFS-Replikationen über 10-GbE-Netzwerke.

Ein iSCSI-Assistent unterstützt den Administrator beim Einrichten von iSCSI-Targets. SMB ACLs sind nun über das WebGUI zu konfigurieren, und FreeNAS 11.3 legt SMB Shadow Copies für neue SMB-Freigaben automatisch an. Meldungen vom System sind nun deutlich feiner abgestimmt. Das WebGUI steuert den FreeNAS 11.3-Kern über eine API, die inklusive REST und Websockets auch von außen ansprechbar ist. So lässt sich FreeNAS 11.3 komplett über Skripte steuern.

FreeNAS 11.3 lässt sich als ISO-Image ab sofort kostenlos von iXsystems herunterladen. Das von iXsystems gepflegte FreeNAS bildet die Grundlage des kommerziellen TrueNAS, das gegenüber der freien Version zusätzliche HA-Funktionen bietet und zusammen mit SSD- und RI-SSD-Storage (Read Intensive) bis über 10 PByte angeboten wird. (axk)