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Freemailer GMX hat noch viel vor

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Die Tomorrow Internet AG und der Freemail-Anbieter GMX gehen eine enge Partnerschaft ein. Am heutigen Donnerstag erklärten Sprecher beider Firmen, GMX werde künftig auf seiner Website die redaktionellen Inhalte der Tomorrow-Auftritte präsentieren. Im Gegenzug übernimmt Tomorrow ab Mai 2001 die Vermarktung des so entstehenden Infoportals.

Christian Hellmann, Vorstandsvorsitzender der Tomorrow Internet AG, hofft auf Synergieeffekte durch den Deal: "Dies wird einen Turbo-Effekt für die Zugriffe auf unsere Angebote auslösen." Beide Partner erhoffen sich durch die Zusammenarbeit eine jährliche Steigerung der Werbeerlöse im zweistelligen Millionenbereich.

Die Verschränkung der beiden Dienste ist offenbar ein erstes Ergebnis des neuen GMX-Managements. GMX gehört zu über 70 Prozent der Montabaurer Holding United Internet. Weil man dort mit der Führung des Freemailers unzufrieden war, wurde in den letzten zwei Monaten fast der gesamte GMX-Vorstand durch Manager aus dem 1&1-Verbund ersetzt.

Im Gespräch mit heise online kündigte der neue Entwicklungsvorstand Andreas Gauger weitere Neuerungen an: Zur CeBIT will GMX seine bereits fertig gestellte, komplett überarbeitete Website präsentieren. Sie soll ergänzt werden durch einen Web-Kalender, der den GMX-Nutzern einige Features des Personal Information Management bietet. Ebenfalls sei in Vorbereitung, den Mitgliedern eine kostenlose Homepage zur Verfügung zu stellen. Gauger, Mitbegründer des Webhosters Schlund&Partner, will dabei auf technische Lösungen der 1&1-Webhosting-Abteilung zurückgreifen.

Auch bei der Technik von GMX selbst soll sich einiges ändern. Die Oracle-Nutzerdatenbanken, bisher auf Linux-PCs verteilt, werden nach Angaben von Gauger "in naher Zukunft" zusammengeführt und auf zwei Sun-E10000-Servern untergebracht. Ein neues Caching-System soll ab Mitte des Jahres Performance-Engpässe verhindern und kurzfristige Mailverluste im Zeitraum von einer Woche abfangen können.

Nach Ansicht von Gauger befindet sich GMX derzeit in einer entscheidenden Phase: "Wir müssen in diesem Jahr beweisen, dass unser Business-Modell funktioniert. Und das werden wir auch." (Holger Bleich) / (ad)