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Friedensnobelpreis für Chemiewaffenkontrolleure der OPCW

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Der Friedensnobelpreis 2013 geht an die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW). Das teilte das Nobelkomitee im norwegischen Oslo mit und begründete die Entscheidung mit deren weitreichendem Kampf zur Vernichtung aller Chemiewaffen. Das Komitee erinnerte dabei daran, dass chemische Substanzen sowohl im Ersten Weltkrieg als Waffen als auch vom nationalsozialistischen Deutschland bei seinem Völkermord eingesetzt wurden. Durch die Arbeit des OPCW seien diese Waffen nun im internationalen Recht zu einem Tabu geworden, auch wenn einige Staaten (darunter die USA und Russland) ihre Frist zur Zerstörung aller Chemiewaffen nicht eingehalten hätten.

Das Logo des OPCW

Die OPCW mit Sitz in Den Haag ist als Internationale Organisation für die Umsetzung der Chemiewaffenkonvention zuständig. Damit streben die 189 Mitgliedsstaaten nach eigener Angabe eine Welt an, in der chemische Kampfstoffe kein teil der Kriegsführung sind. Für diese Ziel arbeitet die Organisation daran, alle existierenden Chemiewaffen zu zerstören und Mitgliedsstaaten vor Bedrohungen durch Chemiewaffen zu schützen. Außerdem überwacht die Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons die Chemieindustrie, um die Herstellung neuer Chemiewaffen zu verhindern. Darüber hinaus werde bei Nichtmitgliedern für die Unterzeichnung der Konvention und eine friedliche Nutzung der Chemie geworben.

Derzeit steht die OPCW im Blickpunkt der Öffentlichkeit, da das Bürgerkriegsland Syrien der Organisation am kommenden Montag als 190. Mitglied beitreten soll. Danach bleiben nur noch Angola, Ägypten, Nord- und Südkorea außen vor (Israel und Myanmar haben die Konvention unterzeichnet, aber nicht ratifiziert). Für Syrien gehen mit dem Schritt nun Kontrollen des Chemiewaffenarsenals einher, bevor dessen Zerstörung beginnen konnte. Zuvor hatte eine von den Vereinten Nationen in Auftrag gegebene Untersuchung ergeben, dass am 21. August 2013 in der Umgebung von Damaskus das Nervengas Sarin eingesetzt worden war. Dabei starben Hunderte Menschen und der Druck auf Syriens Präsidenten Assad war so stark gestiegen, dass er dem Beitritt zur Chemiewaffenkonvention zustimmte.

Vor der Bekanntgabe des diesjährigen Preisträgers war das 16-jährige pakistanische Mädchen Malala Yousafzai als größte Favoritin gehandelt worden. Sie kämpft in ihrer Heimat für das Recht auf Bildung und war dafür von den Taliban mit dem Tod bedroht und schwer verletzt worden. Sie war in dieser Woche mit den Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments ausgezeichnet worden und hatte sich dabei gegen den NSA-Whistleblower Edward Snowden durchgesetzt.

Siehe zu den Nobelpreisen 2013:

Friedensnobelpreise seit 2004:

(mho)