Fritz!Box bremst Mac

Wenn für den Internetzugang eine Fritz!Box eingesetzt wird, laufen auf aktuellen Apple-Rechnern manche Web-Zugriffe sehr verzögert ab. Nun konnte der Router-Hersteller das Problem beseitigen, ein Update soll in den nächsten Tagen erscheinen.

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Von
  • Dusan Zivadinovic

Seit dem Update auf Mac OS X 10.5.6 klagen einige Mac-Nutzer, deren Internet-Zugang über eine Fritz!Box hergestellt wird, über verzögerten Seitenaufbau im Zusammenspiel mit dem Browser Safari. Besonders beeinträchtigt sind Zugriffe auf komplexe Angebote mit vielen Grafiken wie die von eBay oder YouTube. Bei solchen Web-Seiten kann der Ladevorgang zwar wie gewohnt beginnen, sodass im Browser erste Elemente erscheinen, dann aber für rund 15 Sekunden stocken. Wiederholte Ladeversuche können jedoch ohne Verzögerung ablaufen, sodass das Problem nicht immer zu reproduzieren ist.

Sehr wahrscheinlich sind die meisten Mac-User mit Mac OS X 10.5.6 betroffen, die eine Fritz!Box mit aktueller Firmware verwenden, aber weil letztlich doch alle Elemente korrekt geladen werden, finden sich viele mit den Verzögerungen ab. Im Test trat der Fehler mit den Modellen 7170 und 7270 auf. Auch andere Anwendungen, die auf Apples WebKit-Komponente zugreifen, sind betroffen, beispielsweise Apple Mail beim Abruf von Mails, die HTML-Elemente fremder Webserver enthalten.

Wie man der Kommunikation zwischen Mac und Fritz!Box entnehmen kann, liegt die Ursache in einer fehlerhaften Behandlung von DNS-Anfragen der Fritz!Box. Anhand einer detaillierten Problembeschreibung, die heise online AVM zur Verfügung stellte, konnte der Router-Hersteller den Fehler reproduzieren und inzwischen auch beseitigen. Wir erhielten zum Test vorab eine noch nicht freigegebene Fassung, die den Fehler nicht mehr aufweist. Die bereinigte Firmware-Version will AVM in den nächsten Tagen nach Abschluss weiterer Prüfungen veröffentlichen. Bis dahin können sich Mac-User zum Beispiel mit dem Browser Firefox behelfen, der für die DNS-Auflösung eine eigene Bibliothek verwendet (Firefox bringt einen eigenen Resolver mit).

Ebenso wenig tritt der Fehler auf, wenn man den DNS des Providers in den Systemeinstellungen von Mac OS X einträgt (Bereich Netzwerk), also die Fritz!Box nicht wie üblich als DNS-Proxy einsetzt. Windows-Rechner mit Microsofts Internet Explorer oder Firefox laden die Seiten ebenfalls ohne Verzug. Wie das Problem, an dem Apple nicht ganz unschuldig ist, im Einzelnen zustande kommt, beschreibt das c't-Magazin in der kommenden Ausgabe 03/09, die ab 19. Januar am Kiosk erhältlich ist. (dz)