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Fritzbox-Hack: Update für die Kabelnetze rollt

Kabel Deutschland hat in der Nacht damit begonnen, Updates für die Fritzbox 6360 vorzunehmen, um eine Sicherheitslücke zu stopfen. Unitymedia KabelBW und manche kleineren DSL-Provider sind noch nicht so weit.

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AVM hat den Kabelnetzbetreibern Updates für die Kabel-Versionen der Fritzbox bereitgestellt, die eine kürzlich bekannt gewordene Sicherheitslücke stopfen. Die Kabelprovider haben die Updates ihren Kunden jedoch nicht sofort bereitgestellt, sondern zunächst intern getestet. Normalerweise dauert dieser Prozess einige Wochen, die drohenden Schäden sowohl für die Kunden als auch das eigene Image beschleunigen den Prozess aber offenbar deutlich. Stellt der Provider den Router bereit, können Kunden selbst kein Update vornehmen, sondern müssen warten, bis sie es erhalten.

In der vergangenen Nacht begann nun Kabel Deutschland als erster großer Kabel-Provider damit, das Update an seine Kunden zu verteilen. Im Laufe des Tages sollten die Kunden nach und nach damit versorgt werden. Unitymedia KabelBW ist hingegen noch nicht so weit. Auf Anfrage versicherte das Unternehmen, man werde die Aktualisierung schnellstmöglich zur Verfügung stellen, sobald abschließende Kompatibilitätstests erfolgreich abgeschlossen seien. Der Dringlichkeit des Updates sei man sich bewusst. Bis dahin rate man Kunden dazu, den Fernzugang auf den Fritzboxen zu deaktivieren.

Aber auch einige DSL-Provider überlassen dem Kunden nicht die Verantwortung, Updates zu installieren, sondern behalten in diesem Punkt die Kontrolle über den Router ihrer Kunden. Der Regionalanbieter EWE Tel beispielsweise will für seine Kunden noch in dieser Woche ein Update für die Fritzbox ausliefern, sobald die obligatorischen Kompatibilitätstests abgeschlossen sind. Die Fernkonfiguration, die zu einem Angriff auf die Box genutzt werden kann, sei im Lieferzustand ausgeschaltet, bislang habe man keine Schadensfälle verzeichnet.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt unterdessen Kunden und Providern in einer Pressemitteilung dringend, das aktuelle Update sofort einzuspielen. Nach einer Schätzung von AVM hat erst ein Fünftel der Anwender das Update vorgenommen. Damit wäre die Mehrzahl der Fritzboxen mit aktivierter Fernkonfiguration immer noch ein lohnendes Angriffsziel. (uma)