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Fritzbox-Router: AVM kündigt FritzOS 7 mit Mesh und mehr an

Eines der spannenden neuen Merkmale ist die erweiterte Mesh-Funktion. Mehrere Fritzbox-Router erhöhen als Mesh-Repeater die Telefonie-Reichweite.

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Fritzbox-Router: AVM kündigt FritzOS 7 mit vielen Neuheiten an

FritzOS 7 soll erst im Juli erhältlich werden, dann aber für alle aktuellen Router-Modelle von AVM. Wer eine Fritzbox 6590 im Handel erworben hat, kann manche Funktionen im Rahmen eines öffentlichen Beta-Tests schon jetzt prüfen.

(Bild: AVM)

Der Berliner Kommunikationsspezialist AVM kündigt an, auf der Cebit die Weiterentwicklung seines vor allem für Router konzipierten Betriebssystem FritzOS 7 vorzustellen. Der Hersteller nennt die 7. Version, die im Juli veröffentlicht werden soll, ein "großes Update für Fritz-Produkte" und verspricht Neuheiten in den Bereichen WLAN, Mesh und Smart Home.

FritzOS 7 soll alle aktuellen Fritzbox-Modelle ins hauseigene Mesh bringen. Indem Fritzbox-Router zum Mesh-Repeater werden, soll man auch die Telefonie- und Smart-Home-Reichweite per Mesh erhöhen können. Alle Telefoniefunktionen der zentralen Fritzbox stehen dann für jede als Mesh-Repeater integrierte Fritzbox und die an ihr angemeldeten DECT-Telefone zur Verfügung (Telefonie-Mesh). Für im Handel erworbene Fritzboxen der Reihe 6590 Cable (ab 210,90 €) ist bereits jetzt eine Vorschauversion erhältlich. Sie soll Interessenten einen Ausblick auf die neuen Mesh-Funktionen am Kabelanschluss geben. Am öffentlichen Beta-Test können auch Nutzer der älteren Fritzbox-Modelle 7580, 7560, 7430, 7362 SL und 4040 teilnehmen (mehr dazu führt AVM auf der Seite Fritz Labor auf).

Die Fritzbox 7590 soll es "ab dem Sommer" auch im Set mit dem Repeater FritzWLAN 1750E (ab 59,90 €) geben. Und schließlich hebt AVM hervor, dass die Fritzbox 7590 (ab 219 €) in einem Pilotprojekt in Frankfurt am Main an Anschlüssen mit Supervectoring 35b eingesetzt wird. Supervectoring liefert unter anderem dank erweitertem Frequenzband Downloadraten bis zu 300 MBit/s (35 MHz anstatt nur 17 MHz).

Einige der neuen Funktionen dürften Fritzbox-Nutzern einen schnell spürbaren Qualitätsgewinn bringen. Dazu gehören die beiden IEEE-Spezifikationen 802.11v und 11k. Damit wechseln an der Fritzbox angemeldete Smartphones das Frequenzband auch bei bestehender Verbindung schneller (Band Steering, Idle Steering).

Mit der Funktion "Zero Wait DFS" will AVM die Wartezeiten verkürzen, die beim Betrieb im 5-GHz-Band jenseits von Kanal 48 auftreten. Mittels der üblichen Dynamic Frequency Selection (DFS) müssen Geräte, die jenseits von Kanal 48 funken, prüfen, ob ein Radar-Signal zu vernehmen ist und gegebenenfalls auf einen anderen Kanal ausweichen. Zero Wait DFS soll die dabei entstehende Wartezeit deutlich verkürzen. AVM spricht von "lückenloser Verbindung". Außerdem blendet der Router nun in der grafischen Mesh-Übersicht die Verbindungsqualität für die schnurlose Telefonie ein und führt FritzOS-Updates für alle angekoppelten AVM-Geräte auf. Sind automatische Updates im Router aktiviert, aktualisiert der Router nun auch FritzWLAN-Repeater und Powerline-Produkte im Mesh automatisch.

Mit FritzOS 7 soll auch die Nutzung der Hotspot-Funktion vereinfacht werden. Anwender sollen damit "noch leichter einstellen" können, ob sie Gästen einen offenen oder einen passwortgeschützten privaten WLAN-Gastzugang anbieten möchten. Beim offenen Hotspot entfällt der Netzwerkschlüssel. AVM sieht als Zielgruppe Betreiber von Cafés, Arztpraxen oder kleine Unternehmen.

Außerdem lassen sich Smart-Home-Vorlagen erzeugen, um mehrere Geräte anhand von Schablonen zu steuern. Als Beispiel nennt AVM Nutzer, die im Früh- und Spätdienst arbeiten – diese können sich passende Smart-Home-Vorlagen für ihre Nutzungsgewohnheiten erstellen und sie per Klick wechseln. Auch sind Vorlagen für Anlässe wie Feiertage oder flexible Urlaubszeiten denkbar. Die am Router erzeugten Vorlagen lassen sich auch mittels der MyFRITZ!App oder einem FritzFon auswählen.

FritzOS 7 bringt mehr Funktionen des HAN-FUN-Protokolls mit (Home Area Network FUNctional). Dazu gehört die Funkspezifikation DECT-ULE. So lassen sich an Fritzboxen nicht nur hauseigene FritzDECT-Produkte ankoppeln, sondern auch Geräte anderer Hersteller. Dazu zählen Wandtaster, Tür-Fenster-Kontakte und Bewegungsmelder wie die der Deutschen Telekom.

Die Einrichtung der MyFritz-Funktion wurde vereinfacht und um eine Sendefunktion von Berichten erweitert. Damit kann man sich per E-Mail wöchentlich oder monatlich über den Zustand von Fritz-Produkten benachrichtigen lassen. Dazu gehören Angaben wie die Anmeldehistorie auf MyFritz inklusive Log-In und IP-Adresse. Browser-Warnungen beim Zugriff von unterwegs sollen unter Einsatz von Letsencrypt-Zertifikaten entfallen.

Zu den vielen weiteren Verbesserungen zählt die Beschleunigung von NAS-Zugriffen beim Dateisystem NTFS (siehe dazu auch c't 1/18, Seite 20). Bei Telefonaten zeigt das FritzFon den Orts- oder Ländernamen im Display an und Nutzer können bis zu fünf eigene Klingeltöne hinzufügen. Über das FritzFon lassen sich Updates der Fritzbox anstoßen. Neue Fritzbox-Modelle soll es in Hannover ebenfalls zu sehen geben. AVM kündigt die Modelle 5491 und 5490 für den Anschluss an der Glasfaserdose an. Das Modell 5491 ist für GPON ausgelegt (Gigabit Passive Optical Network), 5490 für die aktive Punkt-zu-Punkt-Technik (AON, Active Optical Network).

AVM stellt die Neuheiten vom 12. bis 15. Juni in Hannover in Halle 13, Stand C94 sowie auf dem Freigelände, Stand R54 vor.

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