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Fritzbox-Router: Telefonie-Praxis mit FritzOS 7

Fritzboxen lassen sich im Heimnetz und übers Internet zu einer verteilten Telefonanlage koppeln. Mit FritzOS 7 hat sich der Vorgang aber geändert.

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Fritzbox:
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Für etliche aktuelle Fritzbox-Router ist nun das neue FritzOS in Version 7 erhältlich. Die c't-Redaktion hat das neue Betriebssystem eingehend untersucht und gravierende Unterschiede zu Vorgängern gefunden. Das betrifft beispielsweise die Telefonie mit dem Smartphonen-Client FritzApp Fon im und außerhalb des Heimnetzes, die VPN-Kopplung und den VPN-Durchsatz oder auch die Mesh-Vernetzung. Dabei sind jedoch nicht alle Änderungen grundsätzlich positiv, an manchen Punkten muss AVM noch feilen.

Ein positives Beispiel ist die Kopplung von Fritzboxen im Heimnetz und übers Internet zu einer verteilten Telefonanlage. Das geht zwar schon mit älteren FritzOS-Versionen, aber mit FritzOS 7 gelingt das einfacher, sodass man den Vorgang auch schon mal ohne konkreten Nutzen, sondern aus reiner Neugierde ausprobieren kann. Im Prinzip muss man jetzt nur die Fritzbox als Mesh-Repeater aufsetzen und Telefonie-Mesh aktivieren.

Im Detail geht das so: Die Fritzbox, die als Repeater arbeiten soll, bringt man zunächst in den Werkszustand. Nach dem Neustart beendet man den unweigerlich startenden Konfigurationsassistenten umgehend und stellt im Menü Heimnetz/Mesh/Mesh-Einstellungen auf Mesh-Repeater-Betrieb um. Dann richtet man für die Verbindung zum Mesh-Master je nach Bedarf WLAN oder LAN ein.

Übernimmt man nun die voreingestellte Option "Einstellungsübernahme aktiv", holt sich die Box alle erforderlichen Parameter vom Master. Zwei Tastendrücke später wird sie zum Teil des Mesh-Netzes. Das geht so: Drücken und halten Sie die Verbindungstaste des Mesh-Masters, bis dessen WLAN-LED blinkt. Je nach Modell können weitere LEDs blinken, entscheidend ist die WLAN-LED. Drücken und halten Sie die Verbindungstaste des Mesh-Repeaters innerhalb von zwei Minuten, bis seine Bestätigungs-LED aufleuchtet. Je nach Modell können weitere LEDs aufleuchten. Welche Taste man wie lange drücken muss und mit welcher Leuchte die Fritzbox das bestätigt, ist von Modell zu Modell verschieden. Einzelheiten finden Sie in der Tabelle.

Fritzbox-Modell
Verbindungstaste
Bestätigungs-LED
7590, 7530
Connect/WPS
Connect / WPS
7580, 4040, 3490
WPS Info
7560, 7362 SL
WLAN
Info
7490, 7430, 6490, 5491 WLAN/WPS
Info
6591, 6590
Connect/WPS Info

Öffnen Sie nun auf dem Master die Mesh- beziehungsweise Heimnetzübersicht. Dort sollte nun der Mesh-Repeater mit dem Mesh-Symbol aufgeführt sein.

Jetzt sind die Boxen vermascht und man kann die Telefonie-Einstellungen kopieren. Öffnen Sie auf dem Master das Menü Heimnetz/Mesh/Mesh-Einstellungen und dort die Liste der gekoppelten Mesh-Repeater. Klicken Sie bei jedem auf "Freischalten", wenn er auch als Telefonie-Basis arbeiten soll. So bekommen die Mesh-Repeater die Telefonie-Einstellungen. Anschließend können Sie wie gewohnt Telefone anschließen, DECT-Mobilteile koppeln und per Browser den Telefoniegeräten die Rufnummern zuordnen.

Eine zweite Telefonie-Basis ist zwar praktisch, wenn man größere Gebäude lückenlos mit DECT abdecken möchte. Aber im c't-Test ließ AVM auch Wünsche offen. DECT-Schnurlostelefone können Funkzellen nur nach manueller Aufforderung wechseln (Roaming) und das auch nur, wenn gerade kein Gespräch läuft. Dazu meldet man die Handgeräte bei beiden Basen an. Anschließend lässt sich beim Verlassen der einen DECT-Funkzelle die andere im Menü auswählen.

Interne Gespräche über die INT-Taste der Fritz-Fons funktionieren erst dann zellübergreifend, wenn man auf jedem Schnurlos-Telefon einmalig einen Rundruf auslöst. Das geht über die Kurzwahl **9. Damit macht man es den anderen DECT-Geräten an den Telefonie-vermeshten Fritzboxen bekannt. Man kann sich das natürlich merken oder notieren, wünscht sich aber einen intuitiven Weg. Ferner synchronisieren sich die Telefonbücher der vermaschten Fritzboxen noch nicht. Das will AVM mit einem FritzOS-Update nachliefern.

Die c't-Analyse zeigte noch weitere Problembereiche, die vom Anwender zumindest fordern, dass er sich Gedanken macht – das gilt etwa für die Telefonie mit Smartphone-Clients im VPN. Einzelheiten zu allen Praxisprüfungen, der die Fritzbox unterzogen wurde, finden Sie in der aktuellen c't-Ausgabe 21/18:

(dz)

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