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"Fuchsia ist kein Linux": Google dokumentiert Android-Nachfolger

Software-Entwickler diskutieren momentan angeregt über Googles Dokumentation für das neue Betriebssystem Fuchsia, das früher oder später Android ersetzen soll. Jedenfalls, wenn es nach Google geht.

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"Fuchsia ist kein Linux": Google veröffentlicht Dokumentation zu neuem OS

Fuchsia regia, Namensgeberin des neuen Google-Betriebssystems.

(Bild: Pixabay )

Google fängt nun allmählich damit an, die Geheimnisse seines neuen Betriebssystems Fuchsia zu lüften und löst dabei rege Diskussionen in Software-Entwickler-Communities aus. Nachdem man Anfang des Jahres einen funktionierenden Prototyp des potenziellen Android-Nachfolgers präsentiert hatte, ist nun ein erstes Handbuch für Entwickler aufgetaucht. Zwar war das als "Das Buch" bezeichnete Dokument auch vorher schon über Googles Fuchsia-Code-Repository einsehbar, durch eine Namensänderung der Datei ist es nun allerdings in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Das erste, was Google in der Dokumentation klarstellt, ist: Fuchsia ist nicht Linux. Das OS besteht aus einem Kernel namens Zircon, der auf der bei Google entwickelten Microkernel-Infrastruktur lk (für "Little Kernel") beruht. Dazu gehört ein entsprechendes Userland, Grafik-Interfaces (Magma, Escher und Scenic), das UI-Toolkit Flutter und die Programmiersprache Dart. Sowohl auf Hacker News als auch bei Slashdot wird das neue Betriebssystem bereits heiß diskutiert. In den Entwickler-Communities wird dabei vor allem darüber gestritten, ob Microkernel für die von Google vorgesehenen Anwendungsgebiete eine gute Idee sind.

Im Gegensatz zu Android, das mit dem Linux-Kernel einen signifikanten Anteil an GPL-lizenziertem Quellcode enthält, sind alle Fuchsia-Bestandteile unter freizügigeren Lizenzen erhältlich. Fuchsia steht unter einer Kombination aus BSD-, MIT- und Apache-Lizenzen.

Bei manchen Teilen der Open-Source-Gemeinde stößt dies auf Kritik, da Entwickler bei dem neuen OS ihre Änderungen nicht zwingend mit der Community teilen müssen, wie das etwa beim Linux-Kernel der Fall ist. Ein weiteres Motiv für Googles Entscheidung für ein komplett neues Mobil- und IoT-Betriebssystem könnte der Gerichts-Prozess sein, den Oracle gegen den Android-Hersteller führt. Hier stehen Milliarden von US-Dollar im Raum, die Google womöglich für die Verwendung von Java in Android zahlen muss.

Was auch immer letztendlich Googles Gründe für die Entwicklung von Fuchsia sind, die Firma macht keinen Hehl daraus, dass man Android früher oder später durch das neue OS ersetzen will. Nicht zuletzt, um Androids Sicherheitsprobleme von Grund auf mit einem neuen Infrastruktur-Konzept zu lösen. Interessierte Entwickler sollten sich also das neue Handbuch wenigstens einmal anschauen.

Ars Technica zeigt Fuchsia auf einem Pixelbook.

(fab)

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