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Führungswechsel in der Smartphone-Liga

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Das zweite Quartal brachte die Wende: Erstmals verkaufte ein anderer Hersteller mehr Smartphones als der langjährige Marktführer Nokia. Mit über 20 Millionen verkauften iPhones setzte sich Apple an die Spitze des Feldes. Marktforscher sind sich darüber hinaus einig, dass Nokia mit weniger als 17 Millionen verkauften Smartphones noch hinter Samsung auf den dritten Platz abgerutscht ist. Die Südkoreaner machen gute Geschäfte mit Smartphones, aber seit dem zweiten Quartal keine Angaben zu Stückzahlen mehr.

Noch weniger überraschend sind die Erkenntnisse der Marktforscher, dass Symbian als ehemals führendes Betriebssystem weiter an Bedeutung verliert. Nokia hat das System zugunsten von Microsoft Windows Phone ins zweite Glied zurückgeschickt und gibt es mittelfristig ganz auf. Neuen Zahlen von Canalys zufolge war Android im zweiten Quartal mit einem weltweiten Marktanteil von 48 Prozent weiter die dominierende Kraft im Spiel der Systeme.

Canalys schätzt den Gesamtmarkt für Smartphones im zweiten Quartal auf 107,7 Millionen Geräte - im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht das einem Wachstum von 73 Prozent. Nach Android, das laut Canalys im zweiten Quartal mit knapp 52 Millionen Smartphones ausgeliefert wurde und das seine Gerätebasis mehr als verdreifachen konnte, folgt mit einigem Abstand Apple, das mit 20,3 Millionen iPhones auf einen Marktanteil von 19 Prozent kommt. Nokias und auch Microsofts Hoffnungsträger Windows Phone bleibt trotz guter Kritiken abgeschlagen und kommt mit 1,5 Millionen verkauften Smartphones bei Canalys nur auf einen Marktanteil von 1 Prozent.

Auf dem deutschen Smartphone-Markt reicht es neuen Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge für die Finnen nicht mal mehr für einen Platz auf dem Podest. Im Juni sei Nokia von HTC auf den vierten Platz verdrängt worden, berichtet die dpa unter Berufung auf GfK-Zahlen. An der Spitze rangiert demnach Samsung mit einem Marktanteil von 28 Prozent vor Apple mit 23 Prozent. Der drittplatzierte HTC kommt auf einen Marktanteil von 15 Prozent und liegt damit knapp vor Nokia, dessen Marktanteil mit 14 Prozent angebeben wird. Die GfK hat diese Zahlen selbst nicht herausgegeben und wollte sie auch nicht bestätigen. Sie stammen vermutlich von einem Kunden der Marktforscher.

Diese Zahlen haben allerdings nur eine begrenzte Aussagekraft: Innerhalb eines Monats kann es etwa durch Sonderangebote einzelner Anbieter oder attraktiven Neuvorstellungen kurzfristig zu deutlichen Verschiebungen der Marktanteile kommen. Dennoch zeichnet sich hier ein Trend ab: Nokia verliert mit Symbian weiter an Bedeutung. Unerwartet kommt das allerdings nicht. Der Hersteller, der sich derzeit neu zu erfinden versucht, hat für die Übergangszeit zu Microsoft Windows Phone als Smartphone-Betriebssystem mit einer Durststrecke gerechnet. Die führte das Unternehmen zuletzt in die roten Zahlen. (vbr)