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Fünf Jahre Haft für iranischen Blogger Reza Pourshajari

Der Regimekritiker Mohammad Reza Pourshajari ist erneut zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Der 54-Jährige war von 2010 bis 2014 in Haft. Kurz nach seiner Freilassung wurde er wieder verhaftet und verurteilt.

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Reza Pourshajari und Tochter Mitra Pourshajari

Pourshajari mit seiner Tochter Mitra

(Bild: Saham News)

Der iranische Blogger Mohammad Reza Pourshajari, der unter dem Pseudonym Siyamak Mehr einen regimekritischen Weblog führte, ist zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Wie seine Tochter Mitra Pourshajari dem oppositionellen Nachrichtenportal Saham News mitteilte, hat Pourshajari erst von dem neuen Urteil erfahren, als er sich bei den Zuständigen wegen Unstimmigkeiten in dem alten Gerichtsurteil erkundigen wollte.

Pourshajari war 2014 nach dem Ende seiner vierjährigen Haftstrafe freigelassen worden. Allerdings wurde er 38 Tage danach im September vorigen Jahres erneut verhaftet. Er verbrachte einen Monat in Einzelhaft, wurde vom Geheimdienst verhört und gefoltert, wie berichtet wird. Später wurde er in das Gefängnis der Stadt Karadsch verlegt und zu einem Jahr Haft und zwei Jahren Exil (innerhalb des Landes) verurteilt. Nun, etwa drei Monate vor Ende der Haftstrafe, wurde ihm mitgeteilt, er sei wegen "Verschwörung gegen die nationale Sicherheit" verurteilt worden und werde in den nächsten drei Monaten nicht freigelassen. Laut seiner Tochter hatte es weder eine Gerichtsverhandlung noch rechtlichen Beistand gegeben.

In seinem Blog kritisierte Pourshajari nicht nur das iranische Regime. In vielen seiner Einträge beschäftigte er sich mit der Geschichte des Islams und der Scharia und kritisierte diese scharf. Der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Menschenrechte im Iran Ahmad Shahid hatte im April 2014 die iranische Regierung aufgefordert, Pourshajaris gesundheitliche Versorgung zu gewährleisten. Der gesundheitliche Zustand des 54-Jährigen hatte sich während der Haft verschlechtert. Hafturlaub und ausreichende medizinische Behandlung hatten die Behörden abgelehnt.

Pourshajari bekam im November 2014 den Hellman-Hammett-Preis. Der Preis wird jährlich von der Organisation Humans Right Watch politisch verfolgten Autoren verliehen.

Siehe dazu auf c't Hintergrund:

(anw)

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