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Fünf Quintillionen IP-Adressen für Deutschland

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Als erster Staat Europas hat Deutschland IPv6-Adressen von der IP-Adressvergabestelle RIPE NCC erhalten. Das Bundesinnenministerium hat nach eigenen Angaben vom RIPE NCC einen zusammenhängenden Adressraum (/26-Adressblock ) bekommen, mit dem sich künftig bis zu 270 Milliarden Subnetze mit insgesamt mehr als fünf Quintillionen Adressen für Endgeräte realisieren ließen. Ursprünglich hatte das Innenministerium übrigens mit einem noch größeren Adressraum für Deutschland Online geliebäugelt, nämlich einem vollen /19-Adressblock statt des jetzt zugewiesenen /26-Blocks . Wie man mehr als fünf Quintillionen Adressen "verbraten" will, ist allerdings gar nicht so leicht darzustellen.

Das Ministerium sieht in der IPv6-Einführung "einen wesentlichen Beitrag zur Einführung neuer Internet-Technologien in modernen, sicheren Kommunikationsinfrastrukturen". Es rechnet nämlich damit, dass schon 2011 der Rest der verbliebenen 11 Prozent IPv4-Adressen vollends aufgebraucht ist.

Der öffentlichen Verwaltung komme als großem Einkäufer eine Vorreiterrolle bei der Einführung der neuen, längeren Adressen zu, hieß es im Breitband-Strategiepapier (PDF-Datei) des IT-Gipfels. Die flächendeckende IPv6-Einführung müsse demnach ein Teil der Breitbandstrategie sein, im Bereich öffentlich geförderter Forschungsprojekte sollte IPv6 zwingend eingesetzt werden. Außerdem solle bei Beschaffungen IPv6 grundsätzlich im Anforderungskatalog stehen.

Noch wenig konkrete Informationen gibt es abgesehen von diesen Willenserklärungen dazu, wie der Einbau von Ipv6 im "Deutschland Online-Netz" nun stattfinden soll. Bisher gibt es als kleines IPv6-Leuchtturm-Projekt die Webseite des Bundes-CIO Hans Bernhard Beus, die auch in Ipv6 angeboten werden soll. (anw)

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