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Für Hewlett-Packard ist die Wirtschaftskrise vorbei

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Keine Spur von Krise mehr: Der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard ist gut im Geschäft. Die starke Nachfrage nach neuer Hardware und Dienstleistungen trieb Umsatz und Gewinn im ersten Geschäftsquartal derart, dass das Management die Ziele für das Gesamtjahr anhob. HP schlage sich besser als der Markt, sagte Konzernchef Mark Hurd. "Wir sind die Nummer eins oder Nummer zwei auf jedem wichtigen Feld." HP erzielte mit 31,2 Milliarden Dollar rund 8 Prozent mehr Umsatz als vor einem Jahr. Der Nettogewinn stieg sogar um 25 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar. Das Kunststück gelang der Konzernführung durch eisernes Sparen und durch den Ausbau des lukrativen Servicegeschäfts. HP hatte sich vor zwei Jahren den Computer-Dienstleister EDS einverleibt. Tausende Stellen fielen dem Zusammenschluss zum Opfer.

Im Gesamtjahr traut Konzernchef Hurd seinem Unternehmen nun einen Umsatz von 121,5 bis 122,5 Milliarden Dollar zu. Bislang hatte er 3,5 Milliarden Dollar weniger veranschlagt. Das Ergebnis je Aktie soll bei 3,79 bis 3,86 Dollar herauskommen statt bislang 3,65 bis 3,75 Dollar. Darin eingerechnet ist noch nicht der jüngste Zukauf des Netzwerk-Spezialisten 3Com, mit dem sich HP vor allem bei seinen Geschäftskunden eine noch stärkere Stellung verspricht. HP macht den Großteil seines Geschäfts mit Firmen. Neben Bürorechnern verkauft der Konzern leistungsstarke Serversysteme, Speichersysteme, Drucker und Software.

Vor allem in Asien und Amerika berichtete Finanzchefin Cathie Leslak von guten Verkäufen. Das Druckergeschäft sei so stark wie seit drei Jahren nicht mehr gewachsen, führte sie aus. Mit einem Umsatz von 6,2 Milliarden Euro trägt das einst größte Standbein nur noch ein Fünftel zum Gesamtumsatz bei, ist allerdings hochprofitabel. In Europa verzeichnete HP nur ein schwaches Wachstum.

Die Börsianer waren zufrieden: Der Kurs stieg nach US-Börsenschluss um gut 1 Prozent. Dabei lagen die Erwartungen hoch: In den vergangenen Wochen hatten sich bereits andere Technologie-Schwergewichte bärenstark präsentiert. IBM profitierte von seinem starken Service-Standbein, Apple von dem Erfolg des iPhone und die Chiphersteller AMD und Intel von der sprunghaft angestiegenen Nachfrage nach Computern.

Das Geschäft mit Computern hat sich schnell von der Wirtschaftskrise erholt, weil vor allem Firmen zu Investitionen gezwungen sind. Über Jahre hatten sie die Anschaffung von neuen Geräten hintenangestellt. Der Trend hatte sich in der Krise noch verstärkt. Es bestand auch lange kein Grund aufzurüsten, auf vielen Rechnern läuft bis heute das im Jahr 2001 herausgekommene Betriebssystem Windows XP. Der direkte Nachfolger Vista fiel bei den Kunden durch. Seitdem Microsoft aber sein Windows 7 veröffentlicht hat, steigen die Firmen um.

Nach Daten des Marktforschungsunternehmens Gartner war der PC-Absatz im Weihnachtsquartal um satte 22,1 Prozent auf 90 Millionen Stück hochgeschnellt, ein Ende des Booms ist nicht abzusehen. Bei den Privatkunden liegen vor allem die günstigen Mini-Notebooks – die Netbooks – im Trend. Am Donnerstag nach US-Börsenschluss legt HP-Erzrivale Dell seine Bilanz vor.

Umsatz und Gewinnentwicklung
bei Hewlett-Packard in US-Dollar
(Das Geschäftsjahr beginnt jeweils Anfang November)
Quartal Umsatz Nettogewinn/
-verlust
3/02 16.530 Mio. –2.030 Mio.*
4/02 18.050 Mio. 390 Mio.
1/03 17.900 Mio. 721 Mio.
2/03 17.890 Mio. 659 Mio.
3/03 17.350 Mio. 297 Mio.
4/03 18.900 Mio. 862 Mio.
1/04 19.500 Mio. 936 Mio.
2/04 20.100 Mio. 884 Mio.
3/04 18.900 Mio. 586 Mio.
4/04 21.400 Mio. 1.100 Mio.
1/05 21.500 Mio. 943 Mio.
2/05 21.600 Mio. 966 Mio.
3/05 20.759 Mio. 73 Mio. **
4/05 22.913 Mio. 416 Mio.
1/06 22.659 Mio. 1.227 Mio.
2/06 22.554 Mio. 1.456 Mio.
3/06 21.890 Mio. 1.375 Mio.
4/06 24.555 Mio. 1.697 Mio.
1/07 25.082 Mio. 1.547 Mio.
2/07 25.500 Mio. 1.770 Mio.
3/07 25.377 Mio. 1.779 Mio.
4/07 28.293 Mio. 2.164 Mio.
1/08 28.467 Mio. 2.133 Mio.
2/08 28.262 Mio. 2.057 Mio.
3/08 28.032 Mio. 2.027 Mio.
4/08 33.603 Mio. 2.112 Mio.
1/09 28.800 Mio. 1.854 Mio.
2/09 27.351 Mio. 1.716 Mio.
3/09 27.451 Mio. 1.642 Mio.
4/09 30.777 Mio. 2.412 Mio.
1/10 31.177 Mio. 2.323 Mio.
* Erstes Quartal nach der Fusion mit Compaq.
** Eingerechnet sind einmalige Steuerbelastungen von 988 Mio. US-Dollar.

(jk)