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Für Open-Source-Entwickler hat Usability keine hohe Priorität

Open-Source-Entwickler messen der Usabillity ihrer Software keine besonders hohe Bedeutung zu. Das geht einer Studie[1] in dem Open-Access-Journal First Monday[2] hervor. Lediglich 30 Prozent der befragten 72 Entwickler, die die Autoren der Studie auf SourceForge rekrutierten, halten Usability für das wichtigste Kriterium bei der Entwicklung ihrer Software. Ähnlich viele Entwickler nannten Funktionalität als wichtigstes Kriterium, seltener genannt wurden als Top-Priorität Zuverlässigkeit, Wartbarkeit, Effizienz und Portierbarkeit.

Lediglich 42 Prozent der Befragten gaben an, User-Feedback zu sammeln; immerhin 72 Prozent dieser Entwickler nahmen aufgrund des User-Feedbacks Änderungen ihrer Software vor. Lediglich ein knappes Viertel der Befragten ziehen externe Usability-Experten hinzu; deren Ratschläge führten allerdings nur bei einem Drittel dieser Projekte zu Änderungen.

Aufgrund dieser Ergebnisse kommen die Forscher der Informatik-Abteilung der University of Western Ontario zu dem Schluss, dass Open-Source-Entwickler und Projektmanager das Thema Usability ernster nehmen müssten. Um Anwender zufriedenzustellen, müssten Entwickler deren Erwartungen und Bedürfnisse kennen. Jedoch hätten für 70 Prozent der Entwickler andere Kriterien als Usability höchste Priorität, und die Mehrheit der Open-Source-Entwickler berücksichtige weder User-Feedback noch den Rat externer Usability-Experten. (odi[3])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-1473802

Links in diesem Artikel:
[1] http://firstmonday.org/htbin/cgiwrap/bin/ojs/index.php/fm/article/view/3640/3171
[2] http://firstmonday.org/
[3] mailto:odi@ix.de