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Für ein neues Internet: Snowden und Huawei Chef eröffnen Web Summit

Zur Eröffnung des Web Summit 2019 haben Edward Snowden und Huawei-Chef Guo Ping gesprochen – ihr Blick auf das Internet ist sehr unterschiedlich.

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(Bild: Screenshot_YouTube/WebSummit)

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Man kann es getrost als Dystopie und als Utopie bezeichnen, was Edward Snowden und Guo Ping von der Zukunft des Internets erwarten. Beim Web Summit 2019 sprachen die beiden am Eröffnungsabend von ihren Vorstellungen. 70.000 Menschen lauschten ihnen auf der größten europäischen Internet-Konferenz in Lissabon.

Snowden zeigte sich bekannt pessimistisch. Seit er vor sechs Jahren die umstrittenen Spähmethoden der US-Geheimdienste öffentlich machte, wachse in der Gesellschaft eine gewisse Wut, es entwickele sich auch ein Problembewusstsein, dennoch, so appeliert er, sei niemandem zu trauen. Das Geschäftsmodell der großen Konzerne basiere auf Missbrauch – und dieser Missbrauch sei inzwischen legalisiert worden. Regierungen und die Unternehmen arbeiten Hand in Hand. Und während Nutzer davon ausgehen, dass es dabei um den Kampf gegen Kriminalität gehe, würden die dafür erhobenen Daten von anderen für ganz andere Zwecke genutzt. "Es ist ein Pakt mit dem Teufel."

Auch von der europäischen Datenschutz-Grundverordnung hält Snowden nicht viel. Er bezeichnet sie als "Papiertiger", der das Problem umschifft. Es sollte nicht um den Schutz von Daten gehen, sondern um das grundsätzliche Sammeln von Daten.

Schutz bedeute, dass vorab das Sammeln legitimiert ist – solange es keine Leaks gibt. Die gibt es laut Snowden jedoch immer, es sei nur eine Frage der Zeit. Das Internet müsse daher grundlegend verändert werden. Es seien nicht die Daten, die missbraucht und manipuliert werden, es seien die Nutzer um die es gehe.

Dass sich das Internet verändert, meint auch Huawei-Chef Guo Ping: Allerdings geht seine Vorstellung in eine völlig andere Richtung. Der Chinese träumt von einem allumfassenden Internet, das die Welt besser macht. 5G nutze nicht nur der Industrie und dem Kommerz, es nutze auch in der Medizin. Während seines Vortrags zeigt Ping einen Videoausschnitt, in dem es um die Möglichkeiten geht, wie die eigens entwickelte Künstliche Intelligenz namens Track AI das Leben von Kindern mit angeborenen Augenproblemen verbessern kann.

5G werde die Welt revolutionieren wie es die Entdeckung der Elektrizität einst tat, vergleicht Ping und spricht von einer vollkommen vernetzten Welt, in der das Smartphone im Mittelpunkt steht. 1,5 Milliarden US-Dollar werde Huawei in den kommenden fünf Jahren in die Entwicklung stecken – ein netter Anreiz für die sicher zahlreichen Entwickler beim Web Summit, die Ping auch direkt mit seiner Werbung anspricht.

Die US-Sanktionen gegen Huawei sprach Ping hingegen auch beim Web Summit mit keinem Wort an. Der Ausbau der Netze gehe schneller voran, als geplant. Die USA schließen das Unternehmen allerdings in jeglicher Form von Netzausbau aus – offiziell aus Sorge vor einer Art Hintertür, die der chinesische Konzern einbauen könnte. (emw)