Fujitsu berechnet CO2-Fußabdruck für Rechner und Server

Zusammen mit Umweltexperten hat der PC-Hersteller ermittelt, wie stark seine Produkte das Klima belasten – während der Herstellung, Nutzung und Entsorgung. Als Kaufkriterium taugt die CO2-Kennzahl jedoch nicht.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 17 Beiträge
Von
  • Christian Wölbert

Ein Flug von Hannover nach München verursacht 130 Kilogramm CO2, eine Bahnfahrt zwischen den gleichen Städten rund 30 Kilogramm, insgesamt kommt ein durchschnittlicher Deutscher auf 11 Tonnen pro Jahr. Doch wie sieht die CO2-Bilanz eines PC aus? Mit dieser Frage setzen sich Fujitsu und das Augsburger Umweltinstitut bifa in einer am Donnerstag vorgestellten Studie auseinander.

Ein Desktop-PC vom Typ Fujitsu Esprimo E9900 verursacht innerhalb von fünf Jahren demnach 700 Kilogramm CO2 – so viel wie eine 4400 Kilometer lange Autofahrt. Der Server Primergy TX 300 S5 kommt auf knapp 3800 Kilogramm CO2.

Das Besondere an der Studie ist der Anspruch, den gesamten Lebenszyklus der Rechner zu berücksichtigen. Nicht nur die Nutzungsphase fließt in die CO2-Bilanz ein, auch Rohmaterial, Fertigung, Transport und Recycling.

Beispiel Desktop-PC: Die Rohmaterialien (rot) belasten das Klima fast so stark wie die Nutzungsphase (grün).

(Bild: Fujitsu)

Beim Esprimo-PC geht rund 50 Prozent des CO2-Fußabdrucks auf das Konto der angenommenen Nutzungsphase von fünf Jahren. Aber auch die Rohmaterialien, also das Mainboard, Netzteil und weitere Komponenten, haben mit 40 Prozent einen großen Anteil. Besonders aufwendig ist die Chip-Fertigung: Allein die beiden 2-GByte-Speicherriegel des Esprimo verursachen 70 Kilogramm CO2, so viel wie die Nutzung des Rechners während eines Jahres.

CO2-Fußabdruck als Kaufkriterium?

Für den Verbraucher bedeutet das: Wegen ein paar Watt weniger Leistungsaufnahme einen neuen Rechner anzuschaffen, führt nicht zu einer positiven Ökobilanz – dafür ist die Herstellung zu energieintensiv.

Beispiel Server: Die Nutzungsphase sorgt für 85 Prozent des CO2-Ausstoßes.

(Bild: Fujitsu)

Bei Servern lohnt sich der Umstieg auf sparsame Hardware eher: Bei einer angenommenen Last von 30 Prozent gehen 85 Prozent des CO2-Fußabdrucks des Primergy-Servers auf das Konto der Nutzungsphase.

Ein Kriterium für den Vergleich von Produkten ist der Fußabdruck aber (noch) nicht, denn bislang existiert kein international anerkannter Standard für die Berechnung. Außerdem, das betont auch Fujitsu, ist die Klimabelastung nur ein Teil der Ökobilanz eines Produktes.

Eine umfassende Bilanz würde idealerweise auch die Schadstoffbelastung für Mensch und Umwelt berücksichtigen. Die ist jedoch kaum ermittelbar: Weder kennen die Hersteller alle Stoffe, die in den Komponenten ihrer Produkten enthalten sind, noch ist die Toxizität sämtlicher Stoffe ausreichend erforscht. (cwo)