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Fujitsu führt keine Heimcomputer-Baureihen mehr

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Esprimo Q1500: Consumer-Version der Business-Baureihe Esprimo, optional mit Blu-ray-Disc-Laufwerk

Entgegen den Erwartungen, die frühere Beteuerungen von Fujitsu Technology Solutions (FTS) auslösten, dem sogenannten Consumer-Geschäft treu bleiben zu wollen, will das Unternehmen keine speziellen Heimcomputer-Baureihen mehr anbieten. Bisher hatte der ehemalige deutsche Marktführer, der mittlerweile auf den dritten Rang hinter Acer und HP zurückgefallen ist, spezielle PC- und Notebook-Baureihen für Privatleute im Programm: Die früher vorwiegend im thüringischen Sömmerda gefertigten Serien Amilo und Scaleo wurden in großen Stückzahlen auch über Elektronikdiscounter verkauft, mit Sonderaktionen wie dem Deutschland-PC machte die damalige Fujitsu Siemens Computers (FSC) auf sich aufmerksam und versuchte etwa, die Aldi-PC-Verkaufsaktionen zu kontern. Erst 2008 hatten mobile und stationäre Amilo-Geräte ein einheitliches Design verpasst bekommen.

Nun will sich FTS zwar nicht aus dem PC-Geschäft mit Privatkunden zurückziehen, zumal die Branche hier – besonders bei Notebooks – höhere Wachstumsraten als im Business-PC-Bereich verzeichnet. Doch künftig wird es für den Consumer-Markt nur noch spezielle Varianten von Esprimo-Geräten geben, beispielsweise den auf der IFA gezeigten Esprimo Q1500.

Bereits im November hatte FTS auf der Hausmesse VISIT klargestellt, dass "das PC-Geschäft – vor allem das mit den Consumern – eben nicht mehr zum Haupterwerb des Konzerns gehört". Mit der Aufhebung der scharfen Trennung zwischen Consumer- und Corporate-Geschäft strukturiert FTS auch den Support für diese Geräte um. Seit vielen Jahren arbeiten die Dienstleister Arttec (Augsburg) und C-Tk (Sömmerda) für FSC beziehungsweise FTS, nun verlagern sich nach Angaben von FTS einige Aufgaben.

Die PC-Baureihe Esprimo (früher Scenic) sowie die Celsius-Workstations für gewerbliche (Business-)Kunden werden vorwiegend in Augsburg montiert; hier läuft auch noch eine Fertigung von Mainboards für diese Geräte. Die Mobilgeräte der Marke Lifebook kommen aus Japan; unter der Marke Amilo Pro nahm FSC aber 2004 auch billigere Business-Notebooks ins Programm auf. Das Werk Sömmerda kam 1999 mit der Entstehung des Joint-Ventures FSC in den Konzern; es wurde aus einer ehemaligen Robotron-Fertigung als Aquarius Systems International (ASI) vom ehemaligen Commodore-Deutschland-Chef Winfried Hoffmann gegründet. (ciw)