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Fujitsu liefert erstes Ergebnis für den SAP Server Power Benchmark

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Inspiriert vom SPECpower-Benchmark, der in abgewandelter Form auch die Grundlage für das von der amerikanischen Umweltbehörde EPA in der Entwicklung befindliche Server Efficiency Rating Tool SERT darstellt, hat nun auch SAP zusammen mit Partnern einen Energieeffizienz-Benchmark konzipiert, den SAP Server Power Benchmark. Wie bei SPECPower auch wird er in verschiedenen Laststufen von Leerlauf (Idle) bis 100 Prozent durchgeführt und die Energieaufnahme an der Steckdose mit hochpräzisen Wattmetern gemessen, nur ist hier die Workload der von SAP schon lange eingesetzte Sales&Distribution-Benchmark, und das Ergebnis wird folglich in Watts/kSAPS angegeben.

Das prinzipielle Messverfahren und die Anforderungen an die Messgeräte entsprechen den von SPEC konzipierten Richtlinien für SPECpower, das gilt auch für die zugelassenen Messgeräte.

Jede Laststufe durchläuft ein umfangreiches Szenario vom Ein- bis zum Ausloggen. Externe Speichereinheiten werden gemäß den Richtlinien nicht mit vermessen, wohl aber die lokal im Server eingebauten Festplatten. Die Gesamtenergieeffizienz eines kompletten SAP-Systems inklusive Storage und Netzwerk soll später einmal der SAP System Power Benchmark ermitteln, der sich derzeit noch in der Definitionsphase befindet.

Der SAP Server Power Benchmark beschränkt sich indes auf den Server selbst. Kein Wunder also, dass der erste Einreicher, dem SAP ein Zertifikat ausgestellt hat, Fujitsu Technologies Solutions mit dem Primergy RX300 S6, als lokalen Speicher – für Betriebssystem und Logfiles – SSDs vorgesehen hat, das dürfte vermutlich bei allen folgenden Einreichungen der anderen Systemhäuser ähnlich aussehen.

Wie Fujitsu Technology Solutions in einem Whitepaper beschreibt, kam für die Ansteuerung der SSDs ein einfacher Disk-Controller ohne Cache zum Einsatz, was zusätzlich Energie einspart. Außerdem hat Fujitsu den Primergy-Server mit dem erst Anfang der Woche offiziell vom Stapel gelaufenen Xeon X5675 bestückt, der mit 3,06 GHz und 95 Watt TDP besonders energieeffizent ist. Hinzu kommt ein Netzteil (CSCI Gold Power Supplies) mit 92 Prozent Effizienz und Low-Voltage-DDR3-Speicher (1,35 V statt 1,5 V). Positiv für die Energiebilanz der Fujitsu-Systeme ist auch, dass die Messungen hier in Europa stattfinden, denn bei 230 V ist die Effizienz nach Messungen der c't-Redaktion um 2 bis 3 Prozent höher als bei Spannungen von 110 bis 120 V, wie sie in Japan oder den USA üblich sind.

Betrieben wurde der 2-Sockel-Server mit dem Enhancement Package 4 für SAP ERP 6.0 und Microsoft SQL Server 2008 Enterprise Edition unter Windows 2008 R2 Datacenter x64. Damit bediente er 4700 SD-Benutzer mit einer Antwortzeit von unter 1 s, was etwa 26.000 SAPS entspricht, wobei er 337 Watt aufnahm. Im Leerlauf betrug die Energieaufnahme 133 Watt. Im Mittel über alle Laststufen erreichte das System 11810 SAPS.

Die Lastkurve des Fujitsu Primergy RX300S6 beim SAP SD-Benchmark

(Bild: Fujitsu Technology Solutions)


Die Lastkurve (Energieaufnahme über SAPS) ist dabei S-förmig. Aus dem Leerlauf heraus steigt sie bei kleiner Last zunächst steil an, da der Prozessor aus seinen besonders tiefen Schlafzuständen (C6) "gerissen" wird. Zwischen 10 und 65 Prozent steigt die Kurve dann flach und kontinuierlich an, um ab etwa 65 Prozent Last in einer steileren Geraden bis hinauf zu Volllast zu verlaufen. Ab 65 Prozent Last ist die Effizienz daher schon auf dem maximalen Wert. Intelligente Lastverteilungssoftware sollte also dafür sorgen, dass dieser 65-Prozent-Lastwert auch im Normalbetrieb angestrebt wird.

Als Ergebnis erhält der so bestückte Server Primergy RX300 S6 einen "Power Efficiency Indicator Server " von 18,3 Watts/kSAPS. Was dieser Wert wert ist, muss man noch abwarten. Auf der heute frei geschalteten Resultatseite des SAP Server Power Benchmarks sind nämlich noch keine weiteren Ergebnisse verzeichnet. (as)