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Fukushima: Höhere Gefahrenstufe für Leck in Atomruine

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Der Austritt von hochradioaktiven Wasser aus der Atomruine in Fukushima ist wohl doch deutlich gefährlicher, als der Betreiber Tepco vor rund einer Woche behauptet hat. Am Mittwoch wurde entschieden, das Leck auf Stufe 3 der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) einzustufen. Dies bedeutet, dass das Leck als "ernster Zwischenfall" angesehen wird. Bislang war es mit Stufe 1 ("Anomalität") bewertet worden. Die japanische Atomaufsichtsbehörde hatte sich zuvor mit der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA über die Anhebung beraten.

Tepco hatte kürzlich erklärt, dass rund 300 Tonnen verstrahlten Kühlwassers aus einem Auffangtank ausgelaufen waren. Einige Tage zuvor war außerdem bekannt geworden, dass radioaktiv verseuchtes Wasser auch ins Meer fließt.

Seit den Kernschmelzen vor über zwei Jahren wird unentwegt Wasser zur Kühlung in die Reaktoren gepumpt. Um der riesigen Wassermengen Herr zu werden, hat Tepco in Eile Hunderte Tanks aufgestellt, die aus zusammengeschraubten Stahlplatten bestehen. Von wo das Wasser aus einem der elf Meter hohen Tanks herausgesickert ist, kann Tepco noch immer nicht sagen.

Ende vergangenen Jahres hatte die Regierung erklärt, dass die Lage in der Atomruine unter Kontrolle sei. Die andauernden Probleme erwecken den gegenteiligen Eindruck. Erschwerend für die Reparaturtrupps kommt hinzu, dass jeden Tag Hunderte Tonnen Grundwasser in die Reaktorgebäude eindringen und sich mit dem kontaminierten Kühlwasser vermischen.

Das aus einem Auffangtank geleckte Wasser enthält laut Tepco unter anderem Strontium, das Wissenschaftler auch als "Knochenkiller" bezeichnen. Es schädige das Knochenmark und könne Leukämie (Blutkrebs) auslösen. Die Havarie in dem AKW war 2011 auf der höchsten Stufe 7 ("Schwerste Freisetzung") eingestuft worden – ebenso wie der Unfall in Tschernobyl. (mit Material von dpa) / (sybe)