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Technology Review

Funkende Plakate: Sendeanlage verleiht Plakaten Musik

Wissenschaftler aus Washington machen mithilfe einer kleinen Sendeanlage Objekte zu Radiostationen. Über eigene Frequenzen können zum Beispiel Plakate Musik abspielen.

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Sendeanlage verleiht Plakaten Musik

Vor dem Plakat der Band gleich deren Musik über Radio anhören: Forscher haben das mit einer kleinen Antenne erreicht.

(Bild: University of Washington)

Forscher der University of Washington haben mithilfe einer kleinen Sendeanlage ein Werbeplakat um einen Kommunikationskanal erweitert. Dafür machten sie sich die Radiowellen zu Nutze, die ohnehin in der Luft sind, berichtet Technology Review online in "Funkende Plakate aus Washington". Mit der Technik konnte über eine eigene Frequenz ein Lied-Ausschnitt von der auf dem Plakat angekündigten Band abgespielt werden, sobald man sich mit eingeschaltetem Radio in der Nähe befand.

Damit das möglich wurde, reflektierte das Plakat der Forscher die Radiowellen in der Luft nicht einfach, es wandelte sie zuvor um. Dabei wurden Teile reflektiert und andere absorbiert. So wurde die Botschaft des Plakats auf die Radiowellen in der Luft übertragen und der Frequenzbereich auf ein unbenutztes Band verschoben. "Wir senden unsere Nachrichten auf angrenzenden Frequenzen, die kein anderer Sender benutzt – so können wir unsere Sendung huckepack auf bestehenden Sendern transportieren, ohne die eigentliche Sendung zu stören", beschreibt Co-Autor Joshua Smith die Funktionsweise. Die Voraussetzung ist allerdings, dass man zuerst den Sender wechseln muss, um die Nachricht des Plakats hören zu können. Mit einem Autoradio lässt sich das Signal aus bis zu 18 Metern Entfernung empfangen, mit einem Smartphone wegen der kleineren Antenne immerhin noch aus dreieinhalb Metern.

Paul G. Allen School

Mit dieser Technik können nicht nur Radioprogramme übertragen werden. Sie eignet sich auch für die Datenübertragung. Dafür muss auf dem Smartphone allerdings eine entsprechende App installiert sein. Die Datenrate des Senders liegt zudem nur bei 3,2 Kilobit pro Sekunde. Der Download einer mp3-Datei würde bei dieser Geschwindigkeit knapp über zwei Stunden dauern.

Abgesehen vom Einsatz in der Werbung, sehen die Forscher weitere Anwendungen, etwa in smarten Städten und smarten Stoffen. So könnten Alltagsgegenstände über die Technik mit dem Auto oder dem Smartphone kommunizieren.

(Marco Lehner) / (jle)

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