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Furcht vor Datensammlern im interaktiven Fernsehen

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US-Verbraucherschützer beschuldigen in einem jetzt vorgelegten Bericht namhafte Unternehmen, interaktives Fernsehen zum Ausspionieren der Zuschauer missbrauchen zu wollen. In seinem Report äußert das Center for Digital Democracy ernsthafte Datenschutzbedenken. Einige großen Unternehmen der Branche, darunter AT&T, Procter&Gamble, Rupert Murdochs News Corporation, Microsoft und Liberty Media, ein Unternehmen, dass bereits große Teile des deutschen Telekom-Kabelnetzes erworben hat, entwickelten zurzeit neue Techniken und Verfahren, die das Benutzerverhalten analysieren. Ziel sei es, Daten en masse zu sammeln.

Von solchen Benutzerprofilen verspricht sich die Werbeindustrie eine bessere Kanalisierung ihrer Botschaften. Personalisierte Werbung soll zielgerichtet nur noch jene Adressaten erreichen, die tatsächlich als potenzielle Käufer infrage kommen. So müssen Familien mit Kindern künftig keine Sportwagenreklame mehr über sich ergehen lassen, sondern werden zielgruppengerecht auf die Vorzüge eines Kombis hingewiesen. In den USA laufen zurzeit die ersten Feldversuche für Techniken, mit denen Daten der Fernsehzuschauer ausgewertet werden können.

Die Verbraucherschützer argwöhnen nun, dass hierdurch Konsumenten massiv beeinflusst werden. David Burke, Direktor der Organisation "Whitedot", sagte dazu unter anderem: "Was die Leute wirklich aufregt, ist die Art, wie interaktives Fernsehen Versuchsbedingungen zu Hause erzeugt. Das Gerät wird Ihnen etwas zeigen, die Reaktionen verfolgen und Ihnen dann etwas anderes vorführen. Es arbeitet mit Ihnen, bis es die Reaktion feststellt, die es wünscht." (cgl)