Menü

Fusion der Mobilfunker von BT und Telefonica im Gespräch

vorlesen Drucken Kommentare lesen 1 Beitrag

Nach Informationen der Sunday Times plant British Telecom (BT) für seine Mobilfunktochter BT Wireless keinen Börsengang mehr. Stattdessen sei ein Merger mit der entsprechenden Sparte des spanischen Telecom-Konzerns Telefonica (Telefonica Movile) vorgesehen. Ein Insider sagte der Sunday Times, es gebe Anzeichen für diese neue Strategie im Management von BT. Es gehe eindeutig in Richtung Telefonica. Gegenüber der Financial Times erklärte BT allerdings inzwischen, zumindest an dem geplanten Börsengang festhalten zu wollen. Noch in diesem Jahr sollten 25 Prozent der BT Wireless Aktien an der Börse platziert werden.

Mit dem Börsengang seiner Moblifunktochter möchte BT in erster Linie seine Schulden von 30 Milliarden britischen Pfund abbauen. Die Aktienausgabe könnte etwa 10 Milliarden britische Pfund einspielen. Zu BT Wireless gehören neben BT Cellnet, der Nummer 2 auf dem britischen Mobilfunkmarkt, auch Viag Interkom, die niederländische Telfort und eine Mehrheitsbeteiligung an Esat Digifon in Irland. BT Wireless hatte Ende 2000 insgesamt 20,7 Milionen Kunden, davon 10,2 Millionen in Großbritannien mit Cellnet.

British Telecom und Telefonica sind schon seit mehreren Jahren im engen Kontakt. Eine Fusion der beiden Mobilfunktöchter könnte die Position von BT in Europa stärken, vor allem gegenüber Vodafone und Orange, der Mobilfunksparte von France Telecom. Telefonica Movile und BT Wireless betreuen zusammen etwa 40 Millionen Handy-Kunden. Zum Vergleich: Vodafone hat weltweit fast 80 Millionen Kunden. Im Januar hatte eine Studie von Forrester Research ergeben, dass in Europa nur eine Handvoll Mobilfunkanbieter auf Dauer überleben könnten. Zu den "sicheren" Überlebenskandidaten würden T- Mobil (Deutsche Telekom), die britische Vodafone Group (unter anderem D2), Orange (France Telecom) sowie Cellnet (British Telecom) zählen. Einer eigenständigen Telefonica räumt Forrester geringere Chancen ein.

Eine Fusion von BT Wireless und Telefonica Movile könnte jedoch auch zu Komplikationen führen. Beide Unternehmen sind an verschiedenen, teilweise miteinander konkurrierenden Konsortien beteiligt. So verfügen die Anbieter jeweils über eigene UMTS-Lizenzen in Deutschland. 3G, ein Joint Venture von Telefonica und Sonera (Finnland), auf der einen und Viag Interkom auf der anderen Seite hatten je eine Lizenz für rund 16 Milliarden Mark ersteigert. BT Wireless hält außerdem am spanischen Mobilfunkbetreiber Airtel eine Minderheitsbeteiligung. (hod)