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Fusion zwischen Deutscher und Dresdner Bank geplatzt

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Wie die Deutsche Bank bekannt gab, ist die geplante Fusion mit der Dresdner Bank gescheitert. Der Vorstand der Dresdner Bank habe den Vorstand der Deutschen Bank über die Entscheidung informiert, die Fusionsgespräche mit sofortiger Wirkung abzubrechen, heißt es in einer Erklärung der Deutschen Bank. Ursache: In den angelaufenen Integrationsplanungsgesprächen beider Häuser seien Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Integration des Investment-Banking-Geschäfts aufgetaucht.

Von der Fusion waren große Auswirkungen auf das Geschäft mit den Privatkunden erwartet worden, unter anderem eine zunehmende Verlagerung dieses Bereichs ins Internet. Vor einigen Tagen hatte die Dresdner Bank noch mit der Ankündigung Aufsehen erregt, Kunden mit weniger als 200.000 Mark Vermögen würden automatisch zur Deutschen Bank 24 transferiert. Die grundsätzliche Umorientierung im Privatkundengeschäft möchte die Deutsche Bank aber offensichtlich trotz der geplatzten Fusion nicht aufgeben: In der Erklärung des Instituts heißt es, man werde die E-Commerce-Strategie konsequent weiterverfolgen. Dazu gehöre auch die Konsolidierungsstrategie im Retail-Banking.

Die beiden Kreditinstitute werfen sich zwischenzeitlich gegenseitig die Schuld am Scheitern der Fusion vor. "Die Deutsche Bank hat durch ihr Verhalten der geplanten Fusion die Vertrauensbasis entzogen", erklärte ein Sprecher der Dresdner Bank. Entgegen der Absprache habe die Deutsche Bank gefordert, die Investment-Banking-Sparte Dresdner Kleinwort Benson ganz oder in Teilen zu verkaufen. Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer erklärte dagegen, eine Fusion unter Gleichen sei nie das Thema gewesen.

Mit dem Scheitern der Fusion zwischen den beiden Banken sind auch die Pläne vom Tisch, die Allianz für das Privatkundengeschäft und andere Geschäftszweige mit ins Boot zu nehmen. Der Kurs des Versicherungskonzerns, den viele Analysten als eigentlichen Gewinner der Fusion sahen, fiel daraufhin an der Frankfurter Börse um 13 Prozent; die Notierungen der beiden Bank-Institute dagegen stiegen nach einer zeitweiligen Aussetzung des Handels sogar um jeweils gut 4 Prozent. (jk)