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Fusionspläne: T-Mobile und Sprint einig mit Dish

Die Fusion von Sprint und T-Mobile hat eine weitere Hürde genommen: Dish übernimmt das Prepaid-Geschäft und erfüllt damit die Auflagen der Regierung.

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Bald unter einem Dach: Läden von T-Mobile und Sprint in New York.

(Bild: Shutterstock/rblfmr)

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Eine großes Hindernis für die geplante Fusion der US-Netzbetreiber T-Mobile und Sprint ist offenbar aus dem Weg geräumt: Der Satelliten-TV-Anbieter Dish will einem Medienbericht zufolge Sprints unter der Marke "Boost Mobile" angebotenes Prepaidgeschäft sowie Frequenznutzungsrechte für insgesamt 5 Milliarden US-Dollar (4,5 Milliarden Euro) übernehmen. Damit wäre der Weg frei für die behördliche Genehmigung der Übernahme von Sprint durch die US-Tochter der Deutschen Telekom.

Das für die Wettbewerbsaufsicht zuständige US-Justizministerium hatte die Genehmigung der Fusion vom Verkauf von wesentlichen Geschäftsteilen und Frequenzpaketen abhängig gemacht, damit es weiterhin vier große Netzbetreiber auf dem US-Mobilfunkmarkt gibt. Nach AT&T und Verizon sind T-Mobile und Sprint die Nummern Drei und Vier auf dem Markt. Nachdem sich die Verhandlungen hinzogen, hatte die US-Regierung den Unternehmen in der vergangenen Woche ein Ultimatum gestellt.

Dish habe sich bereit erklärt, das Prepaid-Geschäft für 1,5 Milliarden US-Dollar sowie Frequenzen für 3,5 Milliarden US-Dollar zu übernehmen, berichtet der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf informierte Personen. Dish verpflichte sich, die erworbenen Unternehmensteile mindestens drei Jahre zu halten. Darüber hinaus sehe die Vereinbarung vor, dass Dish Mobilfunkleistungen von T-Mobile unter eigenem Namen verkaufen kann.

Damit dürfte Dish als vierter landesweiter Mobilfunkanbieter antreten können – und die Bedenken des US-Justizministeriums aus dem Weg geräumt sein. Berichten zufolge soll die US-Regierung auch darauf bestanden haben, dass T-Mobile und Sprint beim Netzausbau auf den chinesischen Ausrüster Huawei verzichten. Zuvor hatte schon die US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission zugestimmt.

Eine Hürde bleibt: Mehrere US-Bundesstaaten haben gegen die geplante Fusion geklagt. Sie befürchten, dass der Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt schweren Schaden nimmt. T-Mobile und Sprint hatten im Frühjahr 2018 einen dritten Anlauf für die Fusion genommen, nachdem ein vorhergehender Versuch 2014 gescheitert war und erneute Gespräche 2017 zu keinem Ergebnis geführt hatten. (vbr)