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Fußball-Streaming: Entlastung für den Firmenanschluss

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Wenn mehrere Mitarbeiter einer Firma gleichzeitig auf die Streaming-Angebote der Fernsehsender zugreifen, kann es bei magerer Online-Anbindung passieren, dass internettechnisch nichts mehr geht – immerhin veranschlagen die qualitativ besseren Fußball-Streams von ARD und ZDF pro Zuschauer rund 1,5 MBit/s. Sofern sich im Firmennetz die von beiden öffentlich-rechtlichen Sendern angebotenen Windows-Media-Streams abrufen lassen (mit dem vom ZDF angebotenen QuickTime-Stream klappt das Nachfolgende nicht), können sowohl die Streaming-Angebote aber vor allem der Internet-Anschluss der Firma entlastet werden; da RTLs Sportportal sport.de nur Flash verwendet, klappt es dort nicht. Mit dem für Windows, Linux und Mac OS X erhältlichen freien VLC media player kann man die Streams der öffentlich-rechtlichen Sender empfangen und im lokalen Netz an andere Rechner weiterleiten, so dass de facto nur ein Rechner den Datenstrom aus dem Internet empfängt.

Die Live-Streams von sportschau.de lassen sich unter
http://www.metafilegenerator.de/dyn/metagen.asx?stream=swr_wmv_m_event04 in einer Auflösung von 576 × 288 Bildpunkten abrufen. Ersetzt man "_m_" durch "_l_" bekommt man die höhere Auflösung von 960 × 544 (Viertel-HD). Beim ZDF gibt es die Spiele unter http://wstreaming.zdf.de/encoder/livestream4_vh.asx (Auflösung 640 × 384). In beiden Fällen handelt es sich um Umleitungen auf die tatsächliche Streaming-URL.

Der VLC media player kann die Live-Streams der Fernsehsender im lokalen Netz verteilen.

Sollte sich die Streaming-URL doch einmal ändern, findet man die neue URL bei sportschau.de unter dem Flash-Live-Stream unter "Einstellungen". Dort wird beim "Playerformat" das "Windows Media Plugin" aktiviert, mit einem Rechtsklick in das Player-Fenster "Eigenschaften" geöffnet und die unter "Speicherort" angegebene URL kopiert. Im Falle des ZDF wird in der HTML-Version der Mediathek die live zu streamende Begegnung gewählt und bei dem Eintrag "Windows Media Player DSL 2000" mit einem Rechtsklick auf die Abspielen-Schaltfläche die neue URL kopiert.

Die funktionierende Streaming-URL wird dann im VLC media player unter Streaming (Strg+S) in der Rubrik "Netzwerk" eingefügt, anschließend auf "Stream" klicken und dann auf "Nächstes". Dort als "Neues Ziel" "RTP/MPEG Transport Stream" wählen und auf "Hinzufügen" klicken. Wer will, kann auch "Lokal wiedergeben" aktivieren, um das Video auch auf dem Streaming-Rechner anschauen zu können. Im Reiter "RTP/TS" wird eine Zieladresse aus dem Multicast-Nummernkreis 239.255.xyz.xyz (xyz jeweils <256) eingegeben; der "Base port" bleibt bei 5004.

Zum Verteilen des Live-Streams im LAN "RTP/MPEG Transport Stream" sowie "Transkodierung" aktivieren, dann lässt sich unter Beibehaltung der Videospur die WMA-Spur in AAC umwandeln.

Idealerweise bräuchte man im folgenden Schritt keine Transkodierung zu aktivieren, doch leider bleibt dann die Audiospur auf der Strecke. Daher sollte man "Video - H.264 + AAC (TS)" wählen und in den zugehörigen Videoeinstellungen "Originalvideospur beibehalten" aktivieren; alle andere Werte belässt man bei den Vorgaben. Nach einem Klick auf "Speichern" gefolgt von "Stream" geht es los.

Um den lokalen Live-Stream auf anderen Rechnern abzuspielen, übergibt man dem VLC media player über "Medien/Netzwerkstream öffnen" (Strg+N) die Streaming-URL, also etwa rtp://239.255.xyz.xyz:5004 – nach kurzer Pufferung sollte das Video losspielen.

Übrigens lässt sich mit dem VLC media player auch das mitunter nervige Vuvuzela-Getute mit Hilfe eines parametrischen Equalizers zumindest etwas abmildern; ganz entfernen kann man es unter anderem aufgrund von auftretenden Schwebungen nicht. Wen es zu arg stört, der kann ja der Einfachheit halber den Ton leise drehen; dann stört man weiterhin arbeitende Kollegen wenigstens nur mit spontanen Jubelschreien. (vza)