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Fußball-WM 2006: Das Land der Ideen macht weiter

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Mit der Vorstellung des Abschlussberichtes (PDF-Datei) zur Fußball-Weltmeisterschaft hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble Deutschland zum eigentlichen Gewinner der WM gemacht. "Italien hat sportlich die WM gewonnen, aber Deutschland ist der Gewinner der Fußball-Weltmeisterschaft gewesen," erklärte Schäuble anlässlich der Vorstellung des 210 Seiten starken Berichtes.

Dieser Bericht betont vor allem die ökonomischen Gewinne, die zur WM verbucht werden konnten. "Alleine das WM OK wird 55 bis 60 Millionen Euro an den Fiskus abführen. Dazu kommen noch rund 40 Millionen aus den Mehrwertsteuererträgen des Ticketverkaufs", erklärte DFB-Präsident Theo Zwanziger. Weitere Pluspunkte verbuchte dem Bericht zufolge das Gastgewerbe mit 300 Millionen aus WM-Übernachtungen und der Einzelhandel mit einem "WM-Impuls" von 2 Milliarden Euro. Außerdem sollen nach Auskunft der Bundesagentur für Arbeit 50.000 Arbeitsplätze durch die WM entstanden sein.

Zur Vorstellung des Abschlussberichtes lobte Schäuble die internationale Zusammenarbeit der europäischen Polizeibehörden und sprach von einem "Meilenstein in der Qualität der grenzüberschreitenden polizeilichen Zusammenarbeit." Er betonte, dass im Bereich des Public Viewings "Standards für künftige Sportgroßveranstaltungen" gesetzt wurden.

Basierend auf der Standortkampagne Deutschland Land der Ideen habe sich Deutschland so überzeugend präsentiert, dass die Kampagne in den nächsten Jahren fortgeführt wird, heißt es im Abschlussbericht. Eigens dafür wird eine "Land der Ideen GmbH" gegründet, die die Geschäfte der "FC Deutschland GmbH" weiterführen und zu einer "nachhaltigen Kommunikationsplattform" ausbauen soll.

Die personalisierten und nur schwer übertragbaren RFID-gestützten WM-Tickets, die für einigen Ärger unter den Fußball-Fans sorgten, finden im Abschlussbericht keine Erwähnung. Unter der Überschrift "Ticketing: Gewinner waren die Fans" wird zwar die Kritik von Daten- und Verbraucherschützern am Ticketverfahren erwähnt, doch sei dies zur Zufriedenheit aller sicher und unbürokratisch gelöst worden, ist der Tenor. "Die Plätze waren bei fast allen Spielen komplett ausgelastet", schließt der Bericht das Kapitel.

Für die nächste Fußball-Weltmeisterschaft 2010 haben Deutschland und Südafrika dem Bericht zufolge eine binationale Kommission gebildet, die unter dem Motto "Keep the ball rolling" die in Deutschland gemachten Erfahrungen für Südafrika nutzbar machen soll.

Zur Sicherheit, Technik und zum Datenschutz bei der Fußball-WM 2006 siehe auch:

(Detlef Borchers) / (jk)