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Fußball-WM: "Deutschland ist bereit für die Welt"

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Der 6. Fortschrittsbericht der Bundesregierung zur Fußball-WM (PDF-Datei) wurde heute dem Bundeskabinett vorgestellt und verabschiedet. Nach den Worten des zuständigen Parlamentarischen Staatssekretär im Innenministerium, Christoph Bergner, zeige der Bericht, dass die Vorbereitungen der Bundesregierung seit dem Start der Nationalen Service- und Freundlichkeitskampagne zur Endrundenauslosung in Leipzig voll im Plan liegen. "Deutschland ist bereit für die Welt", erklärte Bergner.

Grundlegende Neuigkeiten gegenüber den früheren Berichten sind im 6. Bericht nicht vorhanden. In der bis zuletzt strittigen Ticket-Frage heißt es jetzt, dass ab dem 1. Februar eine Online-Plattform eingerichtet wird, über die Ticket-Besitzer ihre Karten dem Organisationskomitee zum Kommissionskauf anbieten können. Auch der Transfer der personalisierten Tickets zwischen den Besuchern soll "unter bestimmten Bedingungen" möglich sein. Welcher Art die Bedingungen sind, führt der Bericht nicht aus. In der Vergangenheit hieß es, dass die Tickets, die mittels auf RFID gespeicherten Daten personalisiert werden, grundsätzlich nicht übertragbar seien.

Verändert ist außerdem eine Passage zum Ladenschlussgesetz. In den WM-Städten können die Geschäfte nunmehr montags bis samstags von 6:00 bis 24:00 und sonntags von 14:00 bis 20:00 ihre Türen öffnen. Gestiegen ist auch die Wertschöpfung, die nach Schätzung des Bundeswirtschaftsministeriums die Gesamtwirtschaft nun um zwei Milliarden Euro bereichern soll. Dagegen bleibt es bei der Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit, dass die Fußball-WM 50.000 zusätzliche, aber nur befristete Arbeitsplätze generiert.

Zur gegenwärtig diskutierten Frage eines Bundeswehreinsatzes nimmt der Bericht nicht Stellung. Damit bleibt die Aktivität der Bundeswehr vorerst auf ein Benefiz-Spiel beschränkt, dass die BW-Fußballmannschaft der Generalität gegen die Nationalmannschaft der deutschen Spitzenköche durchführt. Keine Angaben macht der Bericht zu dem ebenfalls diskutierten Problem des Public Viewings. Bisher sollen zur WM 236 öffentliche Übertragungen auf Riesenleinwänden angemeldet worden sein, für die es im Gegensatz zum nationalen Sicherheitskonzept rund um die Stadien mit dem Nationalen Informations- und Kontrollzentrum (NICC) als Lagezentrum keinerlei verbindliche Bestimmungen gibt. Zugangskontrollen und Auflagen für den Alkoholausschank werden örtlich geregelt. Aus diesem Grunde hat sich die Gewerkschaft der Polizei zu Worte gemeldet und für die Einsatzkräfte erweiterte Möglichkeiten gefordert, Bereichsbetretungsverbote und Platzverweise auszusprechen sowie den Unterbindungsgewahrsam durchführen zu können.

Zu Technik und Datenschutz bei der Fußball-WM 2006 siehe auch:

(Detlef Borchers) / (jk)