Menü

Fußball-WM live: Streaming-Dienste holen auf

Wer mit einem TV-Streaming-Dienst (etwa mobil) der Fußball-WM folgen will, guckt nicht wirklich live zu. Aber so lange wie bei den c't-Messungen vor zwei Wochen dauert es inzwischen auch bei Magine nicht mehr.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 38 Beiträge

Infografik: Die Streaming-Dienste verkleinern die Latenzlücke.

Für den WM-Technik-Schwerpunkt in c't 13/14 hatten wir die Verzögerungen verschiedener Empfangsweg für Live-TV nachgemessen. Dabei zeigte sich, dass Zuschauer mit Satelliten-Empfang (je nach Sender erst mit SD oder HD) als erste jubeln können, gefolgt von DVB-T-, Kabelfernsehen und IPTV.

Die TV-Streaming-Dienste hinkten deutlich hinterher, der aus Schweden stammende Dienst Magine sogar eineinhalb Minuten – also alles andere als live. Die PR-Agentur meldete sich und versprach noch vor der Fußball-WM Besserung. Das Latenzproblem stehe ganz oben auf der Liste der zu behebenden Fehler, hieß es.

Und siehe da, beim Testspiel der DFB-Auswahl gegen Armenien war der Versatz tatsächlich dramatisch auf deutlich geringere 26 Sekunden gegenüber dem ersten Jublern (beim ZDF die Zuschauer mit Satellitenempfang in HD) geschrumpft. Aber auch Zattoo hat offenbar ein wenig an den Parametern geschraubt und war etwas schneller als bei unseren letzten Messungen; die Zahlen für "Das Erste Live" und die "ZDF Mediathek" reichen wir später nach.

Die Unterschiede ergeben sich durch die unterschiedliche Aufbereitung und Verteilung der Signale. Bei den Streaming-Diensten kommt hinzu, dass sie in der Regel nicht an derselben Signalquelle sitzen wie die Sender, sondern deren Signal aufzeichnen und transkodieren müssen. Zu guter Letzt spielt auch das Anzeigegerät eine Rolle; es puffert typischerweise die Daten, bereitet sie für die Darstellung auf und lässt Post-Processing-Filter darüber laufen. All das kostet weitere Bruchteile von Sekunden.

So sah der Zeitversatz am Beispiel von "Das Erste" Ende Mai aus.

(vza)

Anzeige
Anzeige