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GDC: Blackberry will spielen

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Der angeschlagene Blackberry-Hersteller RIM hat Ambitionen im Spielebereich: "Ich glaube nicht, dass wir mehr Geräte als Android verkaufen, aber ich glaube, wir werden mehr Umsätze als Android erwirtschaften“, erklärte Volker Hirsch, Chef der neu geschaffenen Spiele-Abteilung bei RIM am Dienstag auf der Game Developer Conference Europe (GDC) in Köln. Mit seiner einträglichen Plattform App World wirbt der Hersteller dafür, dass Entwickler ihre für iOS und Android erstellten Apps auch auf dem Blackberry zur Verfügung zu stellen.

Die Hinwendung zur Spiele-Gemeinde ist Teil eines Strategiewechsels, der in dem neuen Betriebssystem Blackberry 10 mündet, das Anfang 2013 erscheinen soll. Statt sich auf Geschäftskunden zu konzentrieren, will RIM nun alle Zielgruppen ansprechen. "Bereits heute sind über 80 Prozent unserer Nutzer keine Geschäftsleute mehr", sagte Hirsch. So nutzen viele Jugendliche in Ländern wie Großbritannien den Kommunikationsdienst BBM als billige SMS-Alternative. Künftig soll der Kommunikationskanal auch für Spiele verfügbar sein.

Die neue Plattform soll für App-Entwickler und insbesondere Spieleentwickler viele Vorteile bieten: So unterstützt Blackberry eine Vielzahl von verschiedenen Entwicklungsumgebungen und Open-Source-Komponenten wie Lua und Qt, so dass Android- und iOS-Entwickler ihre Applikationen möglichst einfach auch für den Blackberry umsetzen können. Um ein Bein auf den Spiele-Markt zu bekommen, hatte RIM im vergangenen Jahr den Mobile-Social-Gaming-Anbieter Scoreloop übernommen.

Doch angesichts der Attraktivität und den wachsenden Marktanteilen der Konkurrenz-Plattformen hat es RIM schwer, Entwickler von Blackberry als Plattform zu überzeugen. Der Hersteller versucht kurzerhand seinen Rückstand in Stärken umzudeuten: So wirbt das RIM damit, dass Apps in der Blackberry App World 40 Prozent häufiger heruntergeladen werden als im iTunes App Store – dafür hat Blackberry aber auch mit zirka 100.000 verfügbaren Apps nur einen Bruchteil der Konkurrenz-Plattformen.

Zudem hat das Überangebot für Android und iOS Nachteile für Entwickler: So verlieren selbst erfolgreiche Apps auf diesen Plattformen schon nach kurzer Zeit wieder einen Großteil ihrer Kundschaft. Blackberry hingegen trumpft mit den hohen Umsatzzahlen pro App auf: So geben Blackberry-Nutzer pro Bezahl-App mit 3,80 Euro einen Euro mehr aus, als im Schnitt für Android- und iOS-Apps gezahlt wird. Für das beliebte Spiel Angry Birds sind auf dem Blackberry 4,99 US-Dollar fällig, für das iPhone ist das Spiel dank integrierter Werbung für 79 Euro-Cent zu haben, für Android-Smartphones gar kostenlos. (axk)