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GDC: "Papers Please" und "The Last of us" gewinnen Game-Awards

Ein kleines Download-Spiel über den grauen Alltag eines Grenzpostens räumte bei den Spiele-Oscars in San Francsico fünf Preise ab, Sonys Zombi-Drama konnte immerhin dreimal punkten.

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Das Indie-Spiel "Papers, Please" ließ starke Konkurrenten wie "The Stanley Parable" oder "Gone Home" und "Device 6" beim Independent Games Festival hinter sich.

In der Nacht zum Donnerstag wurden in San Francisco anlässlich der Game Developers Conference die Sieger des Independent Game Festival und der Game Developers Choice Awards gekürt. Als erfolgreichster Titel ging aus der Preisverleihung in diesem Jahr "Papers, Please" von Lucas Pope hervor. Sechsmal nominiert räumte das nur 40 MByte kleine Download-Spiel mit seiner Retro-Grafik und der absichtlich umständlichen Bedienung fünf Preise ab. Pope wurde für die Erzählung, das Design und die Innovation prämiert und als bestes Download-Spiel sowie mit dem Hauptpreis des Independent Game Festival, dem Seumas MacNally Grand Prize geehrt.

"Papers, Please" startete im vergangenen Jahr als Freeware-Spiel bevor der Entwickler eine verbesserte Version zum Kauf anbot. Es versetzt den Spieler in die Rolle eines überforderten Grenzbeamten, der jeden Tag neue Einreise-Richtlinien beachten und unter den Grenzgängern diejenigen Herausfischen muss, mit deren Papieren irgend etwas nicht stimmt. Egal wie sich der Spieler auch anstrengt, er verdient immer weniger Geld, sodass seine Familie zuhause hungern muss, krank wird und schließlich stirbt. Pope hat die Jury mit seinem neorealistischen Ansatz offenbar ebenso überzeugt wie sein Kollege Richard Hofmeister im Vorjahr mit "Cart Life".

Hoch gehandelte Indie-Favoriten wie "The Stanley Parable" oder "Device 6" mussten sich hingegen nur mit jeweils einem Preis (Exellence in Audio für "Device 6" und den Publikums-Preis für "The Stanley Parable") begnügen. Desweiteren wurden "Gorogoa" für seine visuelle Kunst, "Luxuria Superbia" für sein neuartiges Spielkonzept und "Risk of Rain" als bestes Studentenspiel ausgezeichnet.

Dreimal gewonnen, zweimal geschlagen: Nur bei der Technik und der visuellen Kunst zog "The Last of us" den kürzeren, wurde insgesamt aber das erfolgreichste Spiel bei den Game Developers Choice Awards.

Bei den Game Developers Choice Awards sahnte Naughty Dogs Zombie-Drama "The Last of us" die Preise für das beste Spiel, das beste Design und die beste Erzählung ab. "Bioshock Infinite" vom inzwischen aufgelösten Studio Irrational Games wurde zweimal für den besten Ton und den besten visuellen Kunststil ausgezeichnet. Mitfavorit "Grand Theft Auto V" musste sich hingegen mit nur einem Pokal für die beste Technik begnügen. Schließlich gewann "The Legend of Zelda. a Link between Worlds" den Preis für das beste Mobilspiel und The Fullbright Company für "Gone Home" die Auszeichnung für das beste Debüt.

Kurios war die Wahl des "Kerbal Space Program", das die meisten Stimmen für den Publikums-Preis erhielt. Moderatorin Abbie Heppe hatte jedoch eine Erklärung parat: Nur etwas über 5700 Stimmen waren online abgegeben worden. Da reichten offenbar bereits ein paar hundert Fans aus, um ein relativ unbekanntes Programm ganz oben auf das Siegertreppchen zu hieven. (hag)