GDDR6X-RAM: Speicherhersteller Micron verdoppelt 2021 die Kapazität

Die Hinweise auf eine GeForce RTX 3080 mit 20 GByte und eine GeForce RTX 3070 (Ti) mit 16 GByte RAM verdichten sich.

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GDDR6X-RAM: Speicherhersteller Micron verdoppelt 2021 die Kapazität

(Bild: Nvidia)

Von
  • Mark Mantel

Micron ist momentan der einzige Hersteller von GDDR6X-DRAM, einer dank vierfacher Pulsamplitudenmodulation beschleunigten Version von GDDR6. Bisher bietet Micron 8-Gigabit-Speicherchips mit Übertragungsraten von 19 bis 21 GBit/s pro Pin an, die Nvidia bei der GeForce RTX 3090 und GeForce RTX 3080 als Exklusivabnehmer einsetzt.

Micron bekräfigt in einer Mitteilung, dass ab 2021 der Verkauf von 16-Gigabit-Chips startet. Nvidia kann mit diesen Bausteinen die Kapazität seiner Ampere genannten Grafikkarten verdoppeln. Schon seit Wochen häufen sich Gerüchte um eine GeForce RTX 3080 mit 20 GByte und GeForce RTX 3070 mit 16 GByte RAM. Erstere würde die klaffende 800-Euro-Lücke zum Topmodell GeForce RTX 3090 verkleinern.

Im Falle der GeForce RTX 3090 setzt Nvidia auf eine doppelseitige Speicherbestückung mit 24 Chips im Clamshell-Modus. Diese Lösung macht das PCB komplexer, zudem müssen Hersteller die Verlustleistung auf der Grafikkartenrückseite berücksichtigen. Bei einer kosteneffizienteren Geforce RTX 3080 wäre daher der Einsatz von zehn 16-Gigabit-Bausteinen sinnvoller.

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Die bisherige GeForce RTX 3070 setzt auf GDDR6-DRAM (ohne X, mit 14 GBit/s), ist per se also nicht auf Microns kommenden Speicherchips angewiesen. Allerdings würde eine GeForce RTX 3070 mit 16 GByte das Produktportfolio durcheinanderbringen, solange es keine GeForce RTX 3080 mit 20 GByte gibt. Einen Wechsel auf GDDR6X könnte sich Nvidia offenhalten, um die Geschwindigkeit zu steigern – zum Beispiel als Konter auf AMDs "Big Navi"-Grafikkarten, die bis zum Jahresende erscheinen sollen.

Lenovo hatte zwischenzeitlich ein Datenblatt zum Komplett-PC Legion T7 online gestellt, das eine GeForce RTX 3070 Ti mit 16 GByte GDDR6-DRAM als Konfigurationsoption aufführte. Das PDF ist inzwischen nicht mehr erreichbar, die Webseite Videocardz zeigt aber noch entsprechende Screenshots.

Profi-Grafikkarten aus der Quadro-Sparte ließen sich dank 16-Gigabit-Chips künftig mit bis zu 48 GByte RAM realisieren – sowohl AMD als auch Nvidia verkaufen Profi-Modelle häufig mit verdoppelten Kapazitäten. (mma)