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GE setzt auf "Internet der Dinge"

Jede Krise ist eine Chance, heißt es. Geht es nach General Electric (GE), könnte die seit 2008 schwelende Finanzkrise einem Konzept zum Durchbruch verhelfen, das bisher nicht mehr als ein Schlagwort war: dem "Internet der Dinge". Sämtliche Maschinen und Geräte sollen darin mittels Sensoren konsequent vernetzt werden. Als "Industrial Internet" will GE diese Vision nun anpacken, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe – und Motoren, Triebwerke, Tomographen und andere Anlagen aus dem eigenen Hause zu Quellen von Datenmassen machen. Klug ausgewertet, sollen sie den Anlagenparks der Industrie zu einer ganz neuen Effizienz verhelfen.

1,5 Milliarden Dollar investiert GE in den kommenden drei Jahren in das Industrie-Internet und baut dafür im kalifornischen San Ramon ein eigenes Forschungszentrum auf. Einer der Software-Spezialisten dort ist Anil Varma. Er arbeitet an einem neuen Wartungssysem für die rund 20.000 GE-Triebwerke, die in Flugzeugen weltweit in Betrieb sind.

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Für einige Triebwerksmodelle könnten seine Algorithmen schon mit einer Genauigkeit von 70 Prozent berechnen, wann sie das nächste Mal zur Inspektion müssen – und zwar einen Monat im Voraus. Auf diese Weise, so Varma, ließen sich kostspielige Verzögerungen vermeiden, wenn Maschinen wegen unerwarteter Triebwerksprobleme am Boden bleiben müssen.

Denn bislang werden Sensoren in Anlagen und Maschinen vor allem als Warnsystem genutzt. Erst wenn ein ernstes Problem auftritt, leuchten auf Betriebsanzeigen die Alarmlampen auf. Dabei messen Sensoren selbst in älteren GE-Triebwerken kontinuierlich Größen wie Temperatur, Druck oder Spannung. Die so anfallenden Daten würden jedoch nicht systematisch ausgewertet, sagt Varma. Bei den meisten Flügen speichere man nur Durchschnittsdaten für den Start und die Landung sowie für einen einzigen Zeitpunkt während des Fluges.

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(bsc)
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