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GEMA-Alternative C3S gegründet

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In Hamburg hat sich am gestrigen Mittwochabend die Cultural Commons Collecting Society (C3S) gegründet, die sich als Alternative zur GEMA etablieren will. Ursprünglich hatten die Initiatoren sich vorgenommen, dass einige hundert, die sich per Crowdfunding beteiligen, zur Gründungsversammlung kommen. So waren am gestrigen Abend 50 Musiker, Komponisten und Musikschaffende versammelt.

Anders als die exklusive Vertretung des gesamten Werkkatalogs der Urheber durch die GEMA will die C3S auch einzelne Werke vertreten. Neben klassischem Urheberrecht will sie zudem alle Creative-Commons-Lizenzverträge unterstützen und so "erstmals Marktgleichheit auch für alternative Lizenzierungskonzepte" schaffen. Die CS3 strebt eine einfachere europaweite Lizenzierung an und will aktuelle Technik einsetzen, zum Beispiel eine automatisierte Playlisten-Übermittlung und automatisiertes Monitoring von Rundfunk- und Online-Kanälen.

Die auf der Gründungsversammlung beschlossene Satzung wird noch von einem Verband geprüft. Danach will sich die Gesellschaft bei allen Anteilszeichnern aus dem Crowdfunding melden. Nach Zustimmung des Verbands kann sich die C3S als Europäische Genossenschaft eintragen lassen.

Anfang August hatte die Gesellschaft ihr erstes Finanzierungsziel erreicht und mehr als 50.000 Euro eingesammelt. Bis Ende September sollen es 200.000 Euro werden – sollte dies klappen, kann die C3S auf weiteres Geld hoffen: Das Land Nordrhein-Westfalen will die Initiative mit 200.000 Euro bei der Entwicklung einer Softwareplattform fördern, die das Abrechnen von Multimedia-Dateien erleichtern und freiwillige Zahlungen von Konsumenten an die Ersteller von Medieninhalten ermöglichen soll. Dazu müssen die Gründer der neuen Verwertungsgesellschaft allerdings nochmal so viel Geld von ihren Unterstützern einsammeln.

Mittlerweile fanden sich 1500 Unterstützer, die über 96.000 Euro zusammengetragen haben. Im März 2014 soll die erste Generalversammlung der C3S stattfinden. Der Antrag auf Zulassung als deutsche Verwertungsgesellschaft wird voraussichtlich 2015 später beim Deutschen Patent- und Markenamt eingereicht. Dafür muss die Gesellschaft nachweisen, dass sie zum einen mindestens 3.000 Mitglieder hat, zum anderen aber auch die technischen Möglichkeiten besitzt, die Rechte dieser Mitglieder wahrzunehmen. (anw)

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