GPS unter Beschuss: Jamming und Spoofing nehmen bei Ortungssystemen zu

Zahlreiche konkrete Fälle

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Cohen verwies auf eine Demonstration der Universität Texas'. Ihr ist es durch GPS-Spoofing gelungen, eine große Yacht in die entgegengesetzte Richtung zu drehen, während die Besatzung immer noch glaubte, in die richtige Richtung zu fahren. Auch der Absturz einer US-Drohne im Iran soll auf eine gezielte GPS-Störung zurückzuführen sein.

Störsender gegen Flugdrohnen - manche Anbieter stören unter Umständen auch GPS, obwohl das laut Bennington oft gar nicht notwendig wäre, um unerwünschte Drohneneinflüge zu verhindern.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Bennington berichtete von einer gefährlichen Situation am Flughafen Hannover, wo 2010 plötzlich Flugzeuge den Beginn der Landebahn falsch verorteten. Schuld war damals ein GPS-Repeater, der in einem Hangar für Tests eingesetzt wurde. Am Flughafen Manila haben wiederholte GPS-Störungen schon dazu geführt, dass Piloten Landeanflüge abbrechen musste. Da manche Flugzeuge die Bodennähe nicht mittels Radar sondern mittels GPS berechnen, sind falsche Daten lebensgefährlich.

Im September 2017 gab es in Norwegen eine Woche lang GPS-Störungen. Dahinter wird eine russische Militärübung vermutet. Aus den USA ist ein Fall bekannt, in dem eine Flugdrohne das GPS-Signal verlor und sich nicht mehr orientieren konnte. Auch die manuelle Fernsteuerung half nicht, so dass die Drohne unkontrolliert abstürzte als der Akku leer war.

Autofahrer nahe des Moskauer Kreml sowie im Stadtzentrum St. Petersburgs melden immer wieder, ihr Navigationsgerät zeige sie plötzlich an einem Flughafen an. Das könnte ein Versuch sein, die Geo-Fencing-Funktion kommerzieller Drohnen auszulösen, die rund um Flughäfen nicht fliegen. Und im Schwarzen Meer gab es im September 2017 einen Fall, in dem die Ortungssysteme von mehr als 20 Schiffen sich plötzlich an Land wähnten.

Die AUVSI Xponential 2018 findet diese Woche in Denver statt.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Die jährliche Drohnenmesse Xponential wird vom Branchenverband AUVSI veranstaltet. Zum ersten Mal wurden heuer auch Auszeichnungen vergeben. Der 1. Preis in der Kategorie "Cybersecurity" erging an Regulus Cyber für dessen Pyramid Solution Suite. Dieses Produkt soll Sensoren und Kommunikationsverbindungen autonomer Vehikel schützen, wozu auch die Erkennung von GPS-Jamming und -Spoofing zählt. Die Auszeichnung unterstreicht die Bedeutung des Problems. (ds)