Menü

GPU-Branchengrößen wechseln: Intel bereitet Großangriff auf Nvidia vor

Intel schart immer mehr Spitzenkräfte aus dem Grafikchip-Bereich um sich, nun wechselt auch AMDs Ex-GPU-Marketingchef zu Intel. Der finanzstarke Prozessorhersteller will zu einem ernsten Nvidia-Konkurrenten avancieren.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 309 Beiträge
GPU-Branchengrößen wechseln: Intel bereitet Großangriff auf Nvidia vor

Raja Koduri, GPU-Entwicklungschef bei Intel. Das Bild zeigt Koduri im Jahr 2016, als er noch GPU-Chefentwickler bei AMD war.

Mit Chris Hook wechselt ein weiterer AMD-Spitzenmanager zu Intel. Hook verantwortet ab sofort den Bereich Discrete Graphics and Visual Technologies Marketing. Zuvor war Hook, der bereits seit 2001 bei ATI beziehungsweise bei AMD arbeitete und ein großes Kontaktnetzwerk aufgebaut hat, als Senior Director für AMDs weltweites Produktmarketing zuständig. Hooks Verantwortungsbereich übernimmt nun Sasa Marinkovic, bisher für das Software-Marketing zuständig.

Intels neuer Marketing-Chef Hook hat ein breites Kontaktnetzwerk in der GPU-Szene.

Hook arbeitet bei Intel zusammen mit AMDs früheren Grafikchef Raja Koduri, der nach einer kurzen Auszeit bereits im November 2017 zu Intel wechselte und dort die Sparte "Core and Visual Computing" als Senior Vice President leitet. Intel entwickelt unter Koduris Führung erstmals High-End-Grafikchips für Gaming-Grafikkarten, Profi-Grafikkarten und Supercomputer-Rechenkarten.

Damit tritt Intel erstmals in direkte Konkurrenz zur Firma Nvidia, die seit einigen Jahren bei dedizierten Grafikchips die Marktführerschaft innehat. Bezüglich der schnellsten High-End-GPUs hat es AMD seit Jahren nicht geschafft, Nvidia zu übertrumpfen. "Auf eine Zukunft mit Wettbewerb, Auswahl und unglaublicher Technologie", erklärte Hook in einer persönlichen Mitteilung.

Im Vergleich zu Nvidia ist Intel die wesentlich finanzkräftigere Firma: So setzte Intel im Jahr 2017 knapp 63 Milliarden US-Dollar um und fuhr einen Nettogewinn von 9,6 Milliarden US-Dollar ein. Nvidia ist diesbezüglich wesentlich kleiner, hat allerdings ein deutlich besseres Umsatz-Gewinn-Verhältnis: So setzte die Firma im Jahr 2017 9,7 Milliarden US-Dollar um und verbuchte gut 3 Milliarden US-Dollar Gewinn. Prozessor- und GPU-Hersteller AMD setzte 5,44 Milliarden US-Dollar um und erzielte 43 Millionen US-Dollar Gewinn.

Vor kurzem wechselte auch Prozessor-Koryphäe Jim Keller zu Intel. Keller war unter anderem verantwortlich für die Architektur der AMD-Ryzen-Prozessoren und kümmerte sich dann mit um die Entwicklung des Tesla-Fahrassistenzsystems Autopilot bei Tesla. (mfi)