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GSMA will gegen Spam-SMS mit internationaler Anlaufstelle vorgehen

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Gegen die Ausbreitung von Spam über Mobilfunknetze will die GSMA, eine Organisation von Netzbetreibern und weiteren Firmen der Mobilfunkbranche, künftig mit einer weltweit erreichbaren Anlaufstelle vorgehen. Tests des geplanten "GSMA Spam Reporting Service" liefen derzeit mit führenden Mobilfunkanbietern, darunter AT&T Mobility, Korea Telecom und die franzöische SFR, teilte die GSMA heute mit.

Das von der Firma Cloudmark im Auftrag der GSMA betriebene Clearingzentrum setzt darauf, dass ihr Mobilfunknutzer Spam-verdächtige Aktivitäten, zum Beispiel unerwünschte SMS, melden. Hierzu soll – soweit dies die national unterschiedlichen Rufnummernpläne zulassen – die Kurzwahl 7726 reserviert werden, die auf zahlreichen Handytastaturen als Buchstabenfolge "SPAM" wählbar ist; als weitere Kontaktmöglichkeit ist die Nummer 33700 vorgesehen.

Aus den eingehenden Meldungen soll der GSMA Spam Reporting Service Rückschlüsse auf Art und Ursprung unerwünschter Nachrichten ziehen und – vergleichbar den sattsam bekannten Sicherheitswarnungen fürs Internet – entsprechende Warnhinweise an die betroffenen Mobilfunkanbieter erstellen. Die am Test beteiligten Netzbetreiber sollen unter anderem Berichte über Art und Volumen des versandten Spam sowie Angaben zu den regional oder weltweit größten Mobile-Spam-Versendern erhalten.

Der Missbrauch von SMS und anderer mobiler Messaging-Dienste sei ein weltumspannendes und anbieterübergreifendes Problem, erläutert Alex Sinclair, Chief Strategy and Technology Officer der GSMA den Vorstoß. Die Organisation ist nach eigenen Angaben in 219 Ländern vertreten, neben knapp 800 Mobilfunkunternehmen gehören ihr rund 200 Firmen aus dem "mobilen Ökosystem", darunter Endgerätehersteller, Ausrüster und Diensteanbieter, an.

Offenkundig zu den Vorreitern im Kampf gegen SMS-Spam zählt Korea Telecom, die bereits auf eine nationalen Mobile-Spam-Reporting-Service zurückgreifen kann. Dem Anbieter zufolge ist der Aufbau einer internationalen Clearingstelle der nächste logische Schritt – und offenbar auch die einzige Möglichkeit, dem Ländergrenzen und Netzbetreiber überschreitenden Versand von Spam vorzubeugen.

Zwar hat der Bundesgerichtshof (BGH) Ende 2007 die deutschen Mobilfunkanbieter verpflichtet, Namen und Anschrift von SMS-Spammern herauszugeben, damit Betroffene überhaupt Unterlassungsansprüche geltend machen können. Doch dürfte dies international operierende Spammer kaum davon abbringen, eine "schnelle Mark" zu machen oder Schadware auf Mobilgeräte zu schleusen, die von ihren Benutzern zunehmend auch für Bank- und Geldtransaktionen genutzt werden. Bereits vor zwei Jahren räumte ein chinesisches Unternehmen ein, Daten von 200 Millionen chinesischen Mobilfunknutzern für unverlangte SMS-Werbung zu nutzen. Womöglich kommt die GSMA-Initiative gerade rechtzeitig, um dem Export von SMS-Spam einen Riegel vorzuschieben. (ssu)