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GTX-970-Skandal: Rücklaufquoten gering, Nvidia will Schuldeingeständnis vermeiden

Hersteller machten gegenüber c't hinter vorgehaltener Hand klar: Die Rücklaufquoten der GeForce GTX 970 sind gering. Außerdem wolle Nvidia um jeden Preis ein Schuldeingeständnis vermeiden.

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GTX-970-Skandal: Rücklaufquoten gering, Nvidia will Schuldeingeständnis vermeiden

Hersteller sprechen hinter vorgehaltener Hand erstmals über Rücklaufquoten im GTX-970-Skandal.

(Bild: Nvidia)

Seitdem Nvidia unter großem Druck zugeben musste, dass die Spezifikationen der GeForce GTX 970 falsch sind, hat sich die Firma öffentlich noch nicht zu möglichen Entschädigungen geäußert. Auch eine Entschuldigung gegenüber bisherigen Käufern blieb aus. c't hat nun einige jener Grafikkartenhersteller kontaktiert, die unter anderem die GeForce GTX 970 anbieten.

Nvidia geht im GTX-970-Skandal weiterhin auf Tauchstation.

(Bild: Nvidia)

Namentlich genannt werden wollte keiner, um Probleme mit Nvidia zu vermeiden. Demnach stehe Nvidia weiterhin auf dem Standpunkt, dass es kein Problem mit der GeForce GTX 970 gäbe. Nvidia wolle um jeden Preis ein Schuldeingeständnis vermeiden – und mache deswegen keine öffentlichen Äußerungen.

Auf Twitter ließ Nvidia am 29. Januar noch verlauten: "Nothing's wrong. The GTX 970 is as intended which is to say it's amazing." [...] "There really isn't a memory issue. We've designed the GTX 970 like this for a reason."

Die Hersteller wiederum sind in der Zwickmühle. Im Unterschied zu einigen Shops, die bereits die GTX 970 mit einem 224-Bit-Speicherinterface bewerben (Beispiel bei Alternate), könne man wiederum nicht einfach ohne Absegnung von Nvidia die Packungsspezifikationen ändern, wie uns ein Kontakt hinter vorgehaltener Hand erzählte. Auch das würde wiederum als ein Schuldeingeständnis Nvidias gewertet werden können.

"Nothing's wrong": Nvidia will ein Schuldeingeständnis um jeden Preis vermeiden.

Derweil hoffen viele GTX-970-Käufer noch immer auf eine Reaktion von Nvidia. Unsere Anfrage vom 28. Januar an Nvidia, ob man bisherigen GTX-970-Besitzern eine Entschädigung anbieten werde, blieb bis dato unbeantwortet.

Die Rücklaufquoten der GeForce GTX 970 liegen durch den Spezifikationsskandal bei den einzelnen Herstellern im zwei- bis dreistelligen Bereich. Das ist laut eines Herstellerkontakts immer noch so wenig, dass es wirtschaftlich kaum relevant sei. Einige Händler nehmen bereits GTX-970-Karten auf eigene Faust zurück.

Ende Januar musste Nvidia zugeben, dass die GeForce GTX 970 lediglich 3,5 von 4 GByte Speicher schnell ansprechen kann. Kurz danach kam heraus, dass ihr Grafikchip auch weniger Rasterendstufen (56 statt 64) und weniger L2-Cache (1792 statt 2048 KByte) enthält. Das ungeschickte Speicherinterface sorgt dafür, dass es zu Rucklern kommen kann, sofern ein Spiel zwischen 3,5 und 4 GByte Videospeicher füllt. Das kann dann passieren, wenn sehr speicherintensive Spiele in extrem hohen Auflösungen mit zugeschalteter Multisampling-Kantenglättung laufen. Laut Nvidias Darstellung haben die Einschränkungen nur einen Performance-Verlust von wenigen Prozent zur Folge – bei sorgfältig ausgewählten Beispielen.

Einige Käufer sorgen sich aber auch um die Zukunftsfähigkeit der über 300 Euro teuren Spieler-Grafikkarte GeForce GTX 970. Schließlich wird der Videospeicherbedarf auch 2015 kontinuierlich wachsen – dem dicken Speicherausbau der aktuellen Spielkonsolen sei dank. Andere Käufer fühlen sich ungeachtet möglicher Ruckler schlicht betrogen von einer Firma, die bereits in der Vergangenheit immer wieder durch dubiose Praktiken Schlagzeilen machte. (mfi)

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