GTX-970-Täuschung: AMD nimmt Nvidia auf die Schippe

AMD stellt angesichts des GTX-970-Skandals bei Nvidia ein "großartiges Angebot" für eine Radeon mit "vollen 4 GByte" in Aussicht und nimmt den Konkurrenten damit auf die Schippe. Gelten soll die Offerte für Spieler, die ihre GTX 970 zurückgeben.

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GTX-970-Skandal: AMD nimmt Nvidia auf die Schippe und stellt Angebot in Aussicht

AMD macht sich einen Spaß aus Nvidias Spezifikationslüge.

(Bild: AMD/Robert Hallock)

Von
  • Martin Fischer

Im Skandal um Nvidias GTX-970-Spezifikationslüge schaltet sich jetzt auch der Konkurrent AMD ein. AMDs Cooperate Vice President Roy Taylor stellt jedem Nutzer, der seine GTX 970 zurückgeschickt, ein "großartiges Angebot" für eine Radeon-Grafikkarte "mit vollen 4 GByte" Speicher in Aussicht. Taylor fordert Interessenten via Twitter auf, ihn direkt per Email zu kontaktieren. AMD werde in den kommenden Tagen weitere Details öffentlich verkünden. Ob das Angebot auch für Deutschland gelten wird, ist noch unklar.

Überdies nimmt AMD-Manager Robert Hallock, Chef des weltweiten technischen Marketings, die Firma Nvidia aufs Korn. Ein von ihm auf Twitter veröffentlichtes Bild zeigt eine Radeon-Grafikkarte und den Schriftzug: "4GB means 4GB". Es spielt auf den Umstand an, dass die GeForce GTX 970 nur 3,5 GByte des insgesamt 4 GByte großen Videospeichers schnell ansteuern kann.

Die GeForce GTX 970 erfüllt manche der ursprünglich von Nvidia veröffentlichten Spezifikationen nicht. Das schockierte vor allem treue Fans und bedeutet für Nvidia einen großen Imageschaden.

(Bild: Nvidia)

Von Nvidia gibt es dagegen noch immer keine öffentliche Erklärung für Kunden und Händler. Auch unsere Anfrage, ob man bisherigen GTX-970-Besitzern eine Entschädigung anbieten wolle, blieb bis dato unbeantwortet. Einige Händler haben sich offenbar bereits zur Rücknahme von Karten aus der Serie GeForce GTX 970 bereit erklärt. Der Computerhändler Arlt schreibt auf seinem Blog: "NVIDIA hat uns bis dato leider keinen Lösungsvorschlag unterbreitet." und erklärt sich bereit, bis zum 27. Januar 2015 gekaufte GTX-970-Grafikkarten zurückzunehmen.

Nvidia musste kürzlich aufgrund von großem öffentlichen Druck einräumen, dass sich nur 3,5 von 4 GByte Videospeicher der GeForce GTX 970 mit voller Geschwindigkeit nutzen lassen. Zur Markteinführung hatte Nvidia für die GeForce GTX 970 eine Datentransferrate von 224 GByte pro Sekunde angegeben (256 Bit). Nvidia rechnete dafür offenbar das schnelle 3,5-GByte-Segment (224 Bit, 196 GByte/s) mit dem langsamen 0,5-GByte-Segment (32 Bit, 28 GByte/s) zusammen. Überdies kam heraus, dass die Grafikkarte weniger Rasterendstufen (56 statt 64) und L2-Cache (1792 statt 2048 KByte) besitzt, als von Nvidia ursprünglich angegeben wurde.

Viele treue Fans von Nvidia fühlen sich nun hintergangen und machen ihrem Ärger auf zahlreichen Kommunikationskanälen Luft. Der zugehörige Thread im GeForce.com-Forum hat bereits mehr als 3200 Beiträge. Nvidia war in den vergangenen Jahren mehrmals durch negative Schlagzeilen aufgefallen, die von harmlosen Grafikkarten-Attrappen bis hin zu schwerwiegenden Ausfällen von mobilen Grafikchips reichten. (mfi)