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GVU lehnt Verantwortung für fälschliche Videosperrungen ab

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Der Fall um fünf gesperrte Filme beim Videoportal Vimeo hat Anfang der Woche hohe Wellen geschlagen. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) hatte den Dienst aufgefordert, den Zugriff auf diese Dateien zu sperren, da dieser gegen die Rechte der Urheber verstoßen würde. Nur: Die Videos wurden von den Rechteinhabern Mario Sixtus und Alexander Lehmann selbst auf Vimeo eingestellt.

Sixtus ließ daraufhin die GVU und deren technischen Dienstleister OpSec durch den Rechtsanwalt Udo Vetter abmahnen. Bis zum heutigen Donnerstag, 12 Uhr, wurde der GVU und OpSec Zeit gelassen, Unterlassung von derlei Sperrforderungen zu erklären. Mittlerweile hat sich die GVU bei den beiden Rechteinhabern für ihren "Fehler" entschuldigt.

Heute veröffentlichte die Organisation erneut eine Pressemitteilung zu dem Fall. Man habe "heute Vormittag auf die Aufforderung einer Unterlassungserklärung per Fax an den Rechtsanwalt Vetter reagiert. In diesem Schreiben bestätigt die GVU, dass sie für diese Aufforderung der falsche Ansprechpartner ist". Wer in den Augen der GVU aber der richtige Ansprechpartner ist, bleibt in der Mitteilung unerwähnt.

Eine Nachfrage bei Rechtsanwalt Vetter brachte Klärung. Zwar habe die GVU keine Unterlassungserklärung abgegeben, wohl aber der technische Partner OpSec: "OpSec hat sich nochmals bei meinen Mandanten entschuldigt, die Unterlassung erklärt sowie die entstandenen Anwaltskosten übernommen", erklärte Vetter gegenüber heise online. Die GVU habe in ihrem Schreiben dagegen erklärt, sie sei zwar in das Projekt eingebunden gewesen, allerdings habe sie OpSec nicht beauftragt und auch nicht autorisiert, die Löschung der Beiträge bei der Videoplattform Vimeo im Namen der GVU zu verlangen.

Mario Sixtus hat in seinem Blog angekündigt, den Rechtsstreit damit beenden zu wollen: "Man kann nun natürlich mutmaßen, ob die GVU ihren Dienstleister hier als Sündenbock vorschickt. Das wäre von unserer Seite allerdings schwer zu beweisen. Ja, es schmeckt in der Tat ein wenig bitter, aber von einem weiteren gerichtlichen Vorgehen gegen die GVU werden wir wohl absehen, da wir schwerlich belegen können, dass die Aussagen von GVU und OpSec falsch sind." (hob)

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